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Der Morgen · 1928-04-01 · Heft 1 (April 1928) · p. 92

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Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 1 (April 1928)
Article
Die berufliche und soziale Schichtung der Juden in Argentinien
Date
1928-04-01
Page
92 (sequence 9)
Language
German
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Arturo Bah: Oie berufliche und soziale Schichtung <hiv Juden in Argentinien Schließlich darf nicht unerwähnt bleiben, daß bedauerlicherweise in den argentinischen Großstädten es zahlreiche Bordellbesitzer und Prostituierte gibt, die aus den osteuropäischen Ghettos stammen, und die trotz aller Bemühungen argentinischer und zwischenstaatlicher Vereinigungen nicht anderen Berufen zugeführt werden können. Stellen wir noch einmal die Berufsschichtung der gesamten jüdischen Einwanderer bei ihrer Ankunft im Lande und die Berufsschichtung der heute (Ende 1926) in Argentinien ansässigen Juden zusammen.1) tterufsaric Km- Ansässige ■»«anderer (1926) schneller, um nicht zu sagen hastiger sozialer und kultureller Aufstieg nicht zu verkennen. Dies beweisen u. a. die stets steigende Anzahl, jüdischen Interessen gewidmeter Vereinigungen, Zeitungen, Zeitschriften (ursprünglich nur in yiddischer, aber jetzt bereits teilweise in spanischer Sprache). Die Sefardim sind erklärlicherweise schon nach wenigen Monaten Aufenthalt an ihrer Sprache vom geborenen Argentinier kaum zu unterscheiden, aber auch das Idiom der Ostjuden, das „Yiddisch", verliert zusehends an Boden und wird durch die Landessprache ersetzt. Wenn nicht stets Nachschub aus Osteuropa käme, wäre es in der nächsten Generation fast völlig verschwunden.2) Allerdings könnte das Bild der Berufsschichtung sich nicht unwesentlich ändern, falls in den nächsten Jahrzehnten eine starke Einwanderung aus den Nachfolgestaaten Rußlands und Österreichs sich an den La Plata-Strand ergießen würde. Dies ist jedoch kaum anzunehmen, da die europäischen Verhältnisse sich doch etwas zu bessern scheinen, und Argentinien selbst sich durch eine Entwertung aller seiner Ausfuhrprodukte in einer ernsten ökonomischen Krisis befindet. x) Diese Berechnungen sind nur schätzungsweise, denn aus der offiziellen Statistik des Einwanderungsamtes ist nicht zu ersehen, wie viel Juden einwandern. 2) Es war in dieser Beziehung interessant zu beobachten, daß auf dem Anfang Mai abgehaltenen Kongresse des „Bundes jüdischer Landwirte" in Argentinien die älteren Delegierten yiddisch, die jüngeren aber meist spanisch sprachen. Und als man die letzteren einige Male im Interesse der erst vor kurzem eingewanderter Elemente bat, sich des Yiddischen zu bedienen, stockten sie bald in ihrer Rede und erklärten notgedrungen, im Spanischen fortfahren zu müssen. Es sei ihnon nicht möglich, sich im Yiddischen klar und fließend auszudrücken. Kaufleute 910/0 59,430/0 Handwerker, Industrielle, städtische Arbeiter S1/»0"» 23o/0 Akademiker, freie Berufe, Staatsbeamte, \ Kultusbeamte >V>°o ^°/o Landwirte und Landj arbeiter I 13,570/0 Die Berufe der Kaufleute und Landwirte haben die Tendenz, proportional zu fallen, die der Handwerker und Industrieller ganz besonders, hingegen die der Akademiker und freien Berufe stark zu steigen. Aber in allen Schichten ist ein 92

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