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Der Morgen · 1928-04-01 · Heft 1 (April 1928) · p. 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 1 (April 1928)
Article
Jüdische Kult- und Kunstdenkmäler im Hessischen Landesmuseum Kassel
Date
1928-04-01
Page
3 (sequence 1)
Language
German
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Jüdische Kult- und Kunstdenkmäler im Hessischen Landesmuseum Kassel als ein Bild der Geschichte der Juden in Hessen dargestellt von Rudolf Hallo Den Besucher des Hessischen Landesmuseums in Kassel überrascht seit einigen Monaten, wenn er durch die Flure der heimatkundlichen Sammlungen schreitet, ein bisher ihm gänzlich fremder, mit seltsamen und doch zugleich anziehenden Gegenständen gefüllter Raum. Von dem warmen Braun der Wände heben sich farbenkräflige, große, bestickte und gemusterte Wandbehänge ab; zwischen ihnen schimmert da und dort ein silbernes Gerät. Zinn und Messing füllt einen großen Schrank: ungewohntem Gestühl sieht der Besucher sich gegenüber, und von der Kopfwand des Saales schauen ihn bilderreiche Handschriften und Schriftrollen voller Kupferstiche an. Einige breit ausladende schwere Messinglcuchter und gobelinarlige Decken über den Tischen geben der Ausstellung Richtungspunkle und farbige Ordnung und tragen das Ihrige dazu bei, daß der Besucher sich rasch von der Wärme und Innigkeit dieser fremden Welt umfangen fühlt. Bei dem warmen Interesse, das dem Plane dieser Sammlung jüdischer Kunsl- und Kullaltertümer von allen Seiten entgegengebracht wurde, gelang es schon in recht kurzer Zeil, schöne Zeugnisse aus all den weilen Gebieten jüdischen Kulis und jüdischer Kunslentfaltung zusammenzubringen. Durch die besonders bereitwillige Beteiligung der jüdischen Gemeinden Hessens sind aber insbesondere wertvolle und bedeulungsreiche Stücke hessischer Herkunft ans Licht gestellt worden, wie sie in häuslichem und synagogalem Gebrauch das jahrhundertelange Leben der Juden in Hessen begleitet haben. In dieser ersten Veröffentlichung soll der Versuch gemacht werden, gerade an Hand der aus Hessen stammenden Gegenstände die innere Verbindung der hessischen Juden untereinander und mit ihrer Umwelt wie ihre Verknüpfung mit der gesamten deutschen Judenheit andeutend aufzuzeigen. Dabei wird gerade die bewußte Abstellung auf das Hessische zum Antrieb, eben am Kleinen und Einzelnen all die Bezüge aufzuweisen, die auch dieses, und gerade dieses mit dem Großen und Ganzen einer kulturellen und historischen Entwicklung verknüpfen, und die so leicht über ihrer Nähe und Gewohnheit vergessen werden. Es kommt aber zu diesen inneren Sicherungen noch anreizend hinzu, daß die Gc- 3

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