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Der Morgen · 1928-02-01 · Heft 6 (Februar 1928) · p. 653

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 6 (Februar 1928)
Article
Prinzipielle Bemerkungen zu einer zionistischen Schrift [Rezension]
Date
1928-02-01
Page
653 (sequence 1)
Language
German
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prinzipielle Bemerkungen zu einer zionistischen Schrift" Vorbemerkung des Herausgebers: Die „Prinzipiellen Bemerkungen' der Herren B. Jacob und W. Michel zu dem Buche „Zionistische Politik" von H. Kohn und R. Weltsch haben lebhafte Zustimmung gefunden in den Kreisen der nichtzionistischen Juden Deutschlands. Dr. Kohn und Dr. Weltsch haben Repliken eingesandt, die, zusammen mit der Duplik W. Michels, weiter unten folgen werden. Rabbiner Dr. Jacob lehnte es ab, zu antworten, mit der Begründung, man sei auf seine eigentlichen Ausführungen nicht eingegangen und verwies auf seine Anzeige des Wiener'sehen Buches in diesem Heft. Ich möchte zu den vielen Einzelfragen dieser Diskussion mich vorläufig noch nicht äußern, weil die Erörterung über das Buch von Kohn und Weltsch mit dem Vorliegenden ein Ende finden soll. Es wird sich an einem späteren, heute noch nicht bestimmbaren Termin, Gelegenheit geben, die leitenden Begriffe zu erörtern, in denen die von Grund aus verschiedene seelische Haltung der nichtzionistischen und der zionistischen Juden offenbar wird. Aber es ist im Interesse des Öffentlichkeit notwendig, schon jetzt rein deskriptiv diese Verschiedenheit der seelischen Haltung zum Ausdruck zu bringen, nicht um nutzlos zu polemisieren, sondern um im Sinne des englischen Wortes: „We agree in differing" einfach festzustellen, was ist. Die Nationaljuden behaupten die Existenz eines jüdischen Volkes, in dem Sinne wie es ein deutsches, englisches und französisches Volk gibt. Die nichtzionistischen deutschen Juden — sie sind die erdrückende Mehrheit der in Deutschland lebenden 600000 Juden — kennen kein judisches Volk im Sinne eines politisch-kulturellen Sondergebildes, das sich als Einheit durch die Völkerwelt erstreckt. Die deutschen Juden fühlen und bekennen sich, bei vollem Bewußtsein ihrer religiösen und historisch gewordenen Sonderart, deutschen Volkes. Die Tatbestände, die dieser Verbundenheit mit dem deutschen Volke zugrunde liegen, habe ich in meiner Schrift „Deutsche Volksidee und Deutschvölkische Idee" (Kap. V) einzeln aufgeführt. Für die Nationaljuden ist die Judenfrage eine Frage „zwischenvolklicher Ordnung"; für Vergleich« No. 5 diese* Jahrganges S. 527. 653

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