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Der Morgen · 1927-10-01 · Heft 4 (Oktober 1927) · p. 440

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 4 (Oktober 1927)
Article
Vom Ausdruck des Menschen [Rezension]
Date
1927-10-01
Page
440 (sequence 1)
Language
German
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„Vom Ausdruck des Menschen"1) Von Wilhelm Mimel Diesem „Lehrbuch der Physiognomik" liegt eine Typenlehre zugrunde, die Anschauung also, daß es unter Menschen eine Anzahl von verschiedenen geistig-seelischen Artungen gibt, die abgegrenzt und beschrieben werden können. In der Bestimmung dieser „Arten" spielen auch die körperlichen Merkmale eine bedeutende Rolle. Aber Ottmar Rutz unterscheidet sich von den meisten anderen Physiognomikern und besonders von den Rassenforschern in einem sehr wichtigen Punkte. Es gibt nämlich für ihn keinen zwangläufigen Schluß von den körperlichen Bau- und Farbmerkmalen auf eine damit verbundene geistig-seelische Artung. Es kann vielmehr seiner Anschauung nach jede der typischen geistig-seelischen Arten in jedem Individuum jedes Volkes, jeder „Rasse", jedes Körperbaues vorkommen. Ottmar Rutz behauptet also (im schroffsten Gegensätze zu den landläufigen Rassetheoretikern, aber in offensichtlichem Anschluß an die sinnfälligen Wahrheiten des Lebens), daß der geistig-seelische Charakter unabhängig ist vom Körperbau, wenigstens von jenen greifbaren „Rassenmerkmalen", die man bisher so oft als unbedingt zuverlässige Hinweise auf eine entsprechende Inwendigkeit betrachtet hat Zwar glaubt auch Rutz an eine Reihe von Ur- oder Grundtypen, in denen sich bestimmte Körpermerkmale mit bestimmten Charaktermerkmalen verbinden. Er unterscheidet einen sphärischen, einen parabolischen, einen pyramidischen und einen polygonischen Grundtyp. Bei jedem dieser Urtypen hängt eine bestimmte geistig-seelische Art mit einem bestimmten körperlichen Habitus zusammen. Sie sind nach der körperlichen wie nach der geistigen und seelischen Seite gleichsinnig gestaltet. So herrscht beim „S p h ä r i k e r" das Gestaltungsprinzip der Kugel: runder Schädel, rundes Gesicht, kurzer Hals, Nase kreisbogenförmig gebogen, untersetzter Wuchs, kurze Gliedmaßen; dazu schwarzes Haar, dunkle Haut- und Augenfarbe. Die Bewegungen des Sphärikers sind rund, sie streben zum Kreis. Als weitere Züge treten hinzu kleinschrittiger Gang, rasches, gefälliges Mienenspiel, weit gerundete Augen, melodiöser, einschmeichelnder Stimmklang. Für die Lebensbetätigung des Sphärikers ist charakteristisch die eilige Beweglichkeit, Gewandtheit der Übergänge, Ottmar Rutz, „Vom Ausdruck des Menschen", Lehrbuch der Physiognomik. Niels Kampmann, Celle 1925. 440

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