Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1927)
- Article
- Synagogale Kunst und ihre Gestaltung auf der Juryfreien Kunstausstellung Berlin 1927
- Date
- 1927-10-01
- Page
- 426 (sequence 1)
- Language
- German
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Synagogale Kunst und ihre Gestaltung auf der Juryfreien Kunstausstellung Berlin 1927 Von . Curt Horn Als der Plan gefaßt wurde, auf der diesjährigen juryfreien Kunstausstellung eine Schau religiöser Kunst darzubieten, begegnete diese Absicht schwerwiegenden Bedenken. War schon die Zeit gekommen, religiöse Kunst zu zeigen? War die Aufnahmefähigkeit dafür vorhanden in einer Zeit, die eben erst durch so schwere geistige und besonders religiöse Erschütterungen des äußeren kirchlichen und des inneren seelischen Lebens gegangen war? Ferner, gab es überhaupt eine religiöse Kunst? Das war eine noch schwerwiegendere Frage, ob das religiöse Leben überhaupt im künstlerischen Schaffen eine Bedeutung hatte, nicht bloß als geschäftliche Erfüllung eines zufälligen Auftrages, sondern als innerer Zwang zu einer aus religiösem Drang erwachsenen Schöpfung. Hinzu kam die Schwierigkeit, daß naturgemäß die Ausstellung interkonfessionell gestaltet werden mußte. Würde das nicht ein allgemeines verschwommenes Bild ergeben, eine synkretistische Einstellung der Künstler, die praktische Bedeutung für die kultischen Bedürfnisse der einzelnen Religionsbekenntnisse dann kaum haben konnte? Trotz aller dieser Zweifelsfragen, die auch der Verfasser aufgeworfen hatte, hat Professor Sandkuhl in einem fröhlichen Glauben an den Wert seiner Sache es gewagt Auch hier hat der Glaube gesiegt Würden wir nicht schon längst Sandkuhl als den glänzenden Organisator seiner Kunstausstellungen kennen, die JKB. 1927 würde ihn als solchen aller Welt bekannt machen. Und im Rahmen der Gesamtausstellung ist, wie eine Berliner Zeitung schreibt, die Religiöse Abteilung „der Clou dieses Ausstellungssommers". Sie zeigt, daß in der Künstlerwelt religiöse Kräfte lebendig sind, die zur Schöpfung drängen, und es wäre ein 426