Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1927)
- Article
- Begräbnis und Hochzeit
- Date
- 1927-10-01
- Page
- 421 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Begräbnis und Hochzeit des Geschehens als einer höheren Fügung. Diesen Sinn der Ereignisse verstehen wollen und sich ihm in Tun und Lassen unterwerfen, ist Frömmigkeit Dadurch ist ER die entscheidende Macht Beide Erzählungen, die vom Grabkauf und der Brautwerbung, sind desselben Geistes. Frei von Sentimentalität, voll Würde- und Anmut, sind es in reinem Glänze strahlende Familiengemälde und zeigen, wo die tiefsten Sympathieen des Erzählers liegen. Schöner konnte die Geschichte des Gottesfreundes Abraham nicht beschlossen werden. Darum ist es sehr angemessen, daß er nicht mehr auftritt, etwa um den Bericht des Knechtes entgegenzunehmen oder seinen Sohn oder Enkel zu segnen. Der in der Liebe und Sorge für den Sohn unter Anrufung des Allmächtigen erteilte Auftrag ist sein Vermächtnis und das letzte Wort, das wir aus seinem Munde hören. Denn was jetzt noch folgt (c 25, i—18), ist nur ein Nachtrag: die von Abraham außerdem noch abstammenden Völker und sein Tod — dasselbe von Ismael. Da überrascht uns denn allerdings sogleich der erste Satz: und Abraham nahm ferner ein Weib namens Ketura, und sie gebar ihm den Simran usw. Dies scheint ja wenig mit der vorhergehenden Geschichte, ihrem Abschluß und dem Tode Saras in Einklang zu sein. Aber es ist vielmehr ein Beweis für ihre Konzentration. Ihr beherrschender Gegenstand war der Sohn, den Abraham von der Sara erhalten sollte. Selbst der Neffe Lot sowie Ismael und Hagar waren nur des Gegensatzes halber darin verflochten worden. Ebenso werden mit Ausnahme von Dina, der Tochter Jakobs, der eine besondere Geschichte zu widmen war, von keinem der Erzväter Töchter genannt, obgleich ihrer sicherlich vorhanden waren; weil sie für das Thema nicht in Betracht kamen. Es muß aber noch eine Reihe anderer namentlich arabischer Volksstämme gegeben haben, die ihre Abkunft von Abraham behaupteten, ein Beweis, daß er in Gemäßheit der Verheißung: „du sollst Vater einer Schar von Völkern werden" zur Zeit des Verfassers bereits weithin als Stammvater und vielleicht sogar religiöser Heros galt Daß die israelitische Geschichtsschreibung dies auch für feindliche Stämme wie Midjan, einen der Söhne, anerkannte, ist ein Zeichen ihrer Unparteilichkeit, und eine Figur wie Jithro, der Priester von Midjan und Schwiegervater Moses, wird uns dadurch verständlicher. Wie immer wird das enge Verwandschaftsverhältnis durch den Begriff gemeinsamer "Eltern ausgedrückt Es waren Söhne von Abraham, aber von anderen Frauen. Es wäre auch sehr unwahrscheinlich, daß er bei der langen Unfruchtbarkeit 421