Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1927)
- Article
- Herder und die Humanität
- Date
- 1927-10-01
- Page
- 410 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Roberl Arnold Fritzsche: Herder und die Humanität Humanität mit jenem Humanismus zutage, der die „Altertümer" zur Erklärung der Autoren heranzieht, und nicht darauf kommt es an, ob ein Volkslied von Einem oder von Vielen gedichtet sei, das Wesentliche ist vielmehr, daß hier ein Ich, und noch dazu ein unbenanntes Ich, in mir und aus mir wiederklingt im Begriff des Menschen wird der Mensch als Selbst mitgedacht1) Die Humanität beharrt im Vorhofe der Religion. Sie überwaltet alle Tugendübung als deren Aufsicht und Ausgleich.2) Sie geht vom Einzelnen aus und leitet zu ihm zurück, zu seinem Hilfsbedürfnis und seiner Hilfsbereitschaft Herder, „eingehüllt in den armen Mantel seines irdischen Daseins"3), hat sie uns anvertraut, hat ihr die Form seines Lebens geopfert, Herder, „der allenthalben Ruhe suchte und sie nirgend fand".4) 1) Herder hat Pestalozzis „Nachforschungen" gleich bei ihrem Erscheinen (1797) gewürdigt (20, 290 ff.). 2) Als solche feiert si« Hermann Cohen. 3) »7« 377. *) 17, 366. 410