Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Article
- Die Beteiligung der Juden an deutschen Montanunternehmungen
- Date
- 1927-06-01
- Page
- 204 (sequence 4)
- Language
- German
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Ernst LaDdsberg soweit nicht der Staat selbst (Keddinghausen und linksrheinisch im Saargebiet) den Kohlenbergbau betrieb. Die i865 aufgekommene Gewerkschaft neuen Rechtes (die Gewerken haften nicht mehr für die Schulden der Gewerkschaft, die Zubußepflicht bleibt bestehen) wurde die Hauptunternehmungsform für den in jener Zeit groß werdenden Kalibergbau, gewann aber auch Verbreitung für Kohle. Eigentümlich ist der Gewerkschaft die unbeschränkte Geschäftsfähigkeit, d. h. die Gewerkschaften können den Bergbau aufgeben und zum Handel übergehen (Kaufgewerkschaften). Da sich ein Geschäft mit den Mänteln solcher Gewerkschaften herausbildete, wird seit 1917 auch die Gewerkschaflsgründung zu anderen als Bergbauzwecken gestattet In den älteren Unternehmungsformen ist dem Judentum eine direkte Betätigung jahrhundertelang kaum möglich gewesen. Nur der Handel mit Edelmetallen und ihre Verarbeitung war in ihrer Regie, wie überhaupt enge Beziehungen zwischen dem Umsatz von Währungsmetallen und bankmäßiger Betätigung bestehen. Auch der Handel mit den unedlen Metallen wird seit längerer Zeit vornehmlich von Juden betrieben. Daher verzeichnen die großen Montanunternehmungen neueren Datums, soweit sie aus dem Handel hervorgegangen sind, recht häufig jüdische Namen bei ihren Verwaltungsmitgliedern. Die vom Metallhandel ausgehenden Beziehungen zum Bergbau haben allerdings innerhalb Deutschlands nur wenig Boden gefunden. So beherrscht die Metallbankgruppe (mit meist rein christlichen Direktoren!) in Deutschland nur einige kleinere Bergwerke, darunter die Sachüebenbergbau- Akt-Ges., die Berzelius-Berg- und Metallhütten-Werke, das Alummiumwerk Bitlerfeld, die Bleihütte Call und die Blei- und Silberhütte Braubach. Auch die Frankfurter Firma Beer-Sondheimer & Co. hat sich, zum Teil über die Tellus-Bergbau- und Hütlen-Akt-Ges., an Montanunternehmungen beteiligt. Für beide Konzerne liegt jedoch das Schwergewicht der bergbaulichen Interessen im Auslande, zum Teil bei verbündeten Firmen in Amerika. Dort ist überhaupt einigen Metallhandelsgruppen unter jüdischer Führung eine große Ausbreitung möglich gewesen, wie beispielsweise dem Guggenheimkonzern, der sich als einer der Hauptproduzenten von Chile-Kupfer und -Salpeter betätigt Von deutschen Firmen ist noch die Gruppe Adler jr. in Frankfurt zu erwähnen, die sich am Eisenhüttenwerk Thale beteiligt hat Im eigentlichen alten Bergbau überwiegen in Deutschland die n i c h t jüdischen Metallkonzerne, so die Mansfelder Bergbau-Akt-Ges., die sich einen eigenen Meiallhandel angegliedert hat, die Giesche-Gruppe, die neuer- 204