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Der Morgen · 1927-06-01 · Heft 2 (Juni 1927) · p. 178

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 2 (Juni 1927)
Article
Die Sintflut in Sage und Wissenschaft
Date
1927-06-01
Page
178 (sequence 11)
Language
German
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Ludwig Basnizki: Die Sintflut in Sage und Wissenschaft Aus der Eigenbewegung der Sonne und der Fixsterne, die außerhalb der regelmäßigen Gravitationsbewegung der Weltkörper stattfindet, und in meist unbekannter Geschwindigkeit, unbekannten Zielen zusteuert, schließt Hörbiger, daß die Ursache einer solchen Bewegung einer einmaligen Stoßkraft zuzuschreiben sei, und daß in den fernen Weltenräumen die uns bekannten Gravitationsgesetze keine Gültigkeit mehr haben. Woher aber mag nun diese einmalige Stoßkraft gekommen sein? Wir nehmen an, daß dunkle eisbedeckte Begleiter von benachbarten Riesensonnen eingefangen wurden. Die gewaltige Eismasse wird hierbei nicht plötzlich verpuffen, sondern vermöge ihrer Wucht bis zu einer gewissen Tiefe in die glühende Masse eindringen, sich mit einem Wasserdampfmantel umgeben, um dann durch eine Riesenexplosion ausgestoßen zu werden. Da die Masse infolge ihrer Kälte unter großem Druck stand, ein Zustand, der erfahrungsgemäß mit hohem Sauerstoffgehalt verbunden ist, so wurde bei der Explosion durch die damit verbundene Druckverminderung der Sauerstoff frei. Da die Korona der Riesensonne sicherlich Wasserstoff enthält, so wird sich Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser verbinden. H2 -\- O H20. Räumen wir nun noch ein, daß ein solcher Vorgang in einer bestimmten Erdperiode in gehäufter Form und in gewaltigem Ausmaß sich abspielt, so fehlt nichts mehr zu der Vorstellung von den geöffneten Schleusen des Himmels. Wenn wir unseren Betrachtangen diese sehr bruchstückweise hier vorgetragene Theorie anfügen, so soll hiermit keineswegs gesagt sein, daß wir uns selbst zu ihr bekennen. Sie mußte aber hier Platz finden als ein ernst zu nehmender Erklärungsversuch der Sintflut Es liegt vollkommen in der Linie seiner Forschertätigkeit, wenn der Münchner Geologe und Paläontologe Dacque sich zu einer Lehre bekennt, deren Grundlagen nicht exakt naturwissenschaftlich fundiert sind, einer Lehre, die mehr ein prophetisches Glaubensbekenntnis als eine wissenschaftliche Arbeitshypothese ist Er hat sein, von uns hochgeschätztes Buch über Urwelt, Sage und Menschheit mit dem Motto versehen: „Denen, die erkennen, daß wahres Verstehen Glaube ist". 178

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