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Der Morgen · 1927-04-01 · Heft 1 (April 1927) · p. 111

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (April 1927)
Article
Die Juden in der Textilindustrie
Date
1927-04-01
Page
111 (sequence 13)
Language
German
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Die Juden in der Textilindustrie Fabrikkonzernen Hammersen und Dierig selbst betriebene Handei stark bemerkbar. Im Rheinland gibt es auch auf diesem Gebiete bedeutende nichtjüdische Firmen wie Friedrichs (Elberfeld). Das Bild im Tuchversand ist ähnlich, ziffernmäßig etwas günstiger für die nicht jüdischen Geschäfte, dafür im eigentlichen Großhandel aber fast rein jüdisch, vorwiegend bei Damenstoffen. Bei der Betrachtung des Berliner Detailhandels ist man geneigt, ein ähnliches Verhältnis anzunehmen. Doch muß auch hier der rheinische Handel mi[berücksichtigt werden. Als schätzungsweise Ziffer der jüdischen Textilgeschäfte in Deutschland wurden mir 15 bis 25 ooo von rund 5oooo vorhandenen Geschäften genannt Gerade im Gebiete des Detailhandels ist es zu Kombinationen innerhalb jüdischer Firmen gekommen, sodaß sich daraus ziemlich starke Gruppen entwickelt haben. Vor allem sind da die Konzerne Hermann Tietz und Karstadt-Emden zu nennen. Als selbständige Einkaufsverbände schlössen sich Alsberg-Elberfelder Textilhandels Akt-Ges., Adler Webstoff Akt-GLasJUex und Texag u. a. zusammen.! * [; \ In der Bekleidungsindustrie ist die jüdische Beteiligung T5ereils sprichwörtlich geworden. Wenn man allerdings bedenkt, daß eine Unmenge von Bekleidungsgegenständen auch heute noch vom freien, (in Deutschland nur in seltenen Fällen jüdischen) Handwerk angefertigt werden, so sieht man, daß es sich immerhin noch nicht um ein Monopol, sondern um eine sehr starke Konkurrenz für das Handwerk handelt Vielfach gehen übrigens durch das Verlagssystem beide Produktionswege ineinander über. So werden nach Brie (Adreßbuch der Deutschen Bekleidungsindustrie, Verlag Rudolf Mosse), in der Damen- und Mädchenmäntelbränche viele Tausende von Heimarbeitern beschäftigt Die großen ausländischen Konkurrenzplätze Whitechapel und New York befinden sich ebenfalls in jüdischen Händen. Zwischenmeister und Schneider sind in Deutschland zum kleinen Teil, in den angelsächsischen Ländern überwiegend Juden. In Deutschland gibt es £oo Firmen dieser Art, ferner 3oo Blusen- und Kleiderfabrikanten. Eine bekannte Ausnahme ist der katholische Brenninkmeyer-Konzern. In der Herrenoberkleidung finden sich auch mehrere nicht jüdische Großfirmen, insgesamt aber nur ein geringer Prozentsatz (Esders & Dyckhoff-Konzern, Peek & Kloppenburg). Rund iooo Firmen beschäftigen hier 5oooo Köpfe. Insbesondere Arbeiter- und Lohnkönfektion in der Provinz weisen viele nichtjüdische Firmen auf. Herren- und \\\

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