Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1927)
- Article
- Der Jude in der Musik
- Date
- 1927-02-01
- Page
- 602 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Alfred Einstein: Der Jude in der Musik Damit können wir unsern Spaziergang wohl beschließen. Es gibt Judenopern, es gibt Juden in Opern, aber sie tragen keine neuen Charakterzüge: der Shylock in Taubmanns „Porzia" wäre rühmend zu erwähnen, der kleine Jüd Lebelang in Waltershausens „Rauensleiner Hochzeit", der Tenor singt wie Mime und Rossinis Isaak und nicht ohne Liebe gezeichnet ist; in Bittners „Höllisch Gold" ist in einer, gerade durch ihre Unidealisiertheit rührenden Jünglingsgestalt etwas spezifisch Jüdisches dramatisch, aber nicht musikalisch gezeichnet: d'Alberts „Golem", in dem ja fast nur Juden vorkommen, malt das Ghetto nur mit leisen koloristischen Miltein. Wir sind musikalisch noch immer oder wir sind wieder bei den realistischen Anfängen der Judencharakteristik; — .Vecchi und Strauß sind immer noch Brüder des gleichen Geistes. 602