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Der Morgen · 1927-02-01 · Heft 6 (Februar 1927) · p. 572

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Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 6 (Februar 1927)
Article
Einführungen in das erste Buch Mose
Date
1927-02-01
Page
572 (sequence 9)
Language
German
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B.Jacob vätern oder bei demselben mit zwei verschiedenen Personen, Pharao und Abimelech, wiederholt haben. Eine sorgfältige Vergleichung zeigt denn auch, daß sich die beiden Erzählungen auf einander beziehen und gegenseitig ergänzen, also von demselben Verfasser sein müssen. Denn die Wiederholung hat ihren guten Grund: Es soll gezeigt werden, wie verschieden sich ein Pharao und ein Philisterkönig bei derselben Gelegenheit benommen haben. Und zwar ist die Erzählung weniger zum Ruhme Abrahams als des Philisters geschrieben. Der Pharao Abrahams ist ein Vorläufer von dem des Mose. Er weiß nichts von Gott und Sünde. Darum erscheint ihm die Gottheit nicht, um ihn zu warnen. Da bei ihm doch nur Schläge helfen, so genügt es, von diesen und ihrem Erfolge zu berichten. Wenn er Sara zurückgibt, so geschieht es widerwillig, und schließlich läßt er die beiden über die Grenze bringen. Anders Abimelech. Er will nicht sündigen, er möchte Herz und Hände rein halten, er entschuldigt sich und läßt sich von der Gottheit warnen, seine Diener zeigen die gleiche gottesfürchtige Gesinnung, er macht sein Vergehen nicht nur gut, sondern geht noch weit darüber hinaus, indem er Abraham jeden gewünschten Wohnsitz in seinem Lande anbietet Seine Verzeihung aber erlangt Abimelech auf einem Umwege. „So gib denn das Weib des Mannes zurück, denn er ist ein Prophet und kann für dich beten." Für den Geschädigten ist es die stärkste Genugtuung, wenn der andere nicht bloß das Gut zurückgibt, sondern in der Form um Verzeihung bittet, daß er den andern angeht, für ihn zu beten. Denn das kann nur, wer keinen, Groll mehr im Herzen trägt Wie könnte er sonst vor den Gott treten, der ins Herz sieht? Darum kann nur der edle Mensch für andere beten. Heißt einen Menschen lieben: Alles Gute für ihn erflehen, so heißt es zuerst,, sich selber solcher Fürsprache vor Gott würdig machen. Der Menschenfreund muß ein Gottesfreund sein. Darum wird Abraham hier ausnahmsweise Prophet genannt Wir sahen, wie Gott ihn in seinen Rat aufgenommen hat Beides ist gleichbedeutend. Wenn Gott gesagt hatte: „Sollte ich vor Abraham verbergen, was ich tun will?", so redet der Prophet Arnos fast mit denselben Worten: „denn Gott der Herr tut nichts, er habe denn seinen Ratschluß seinen Dienern, den Propheten, offenbart" Dennoch ist Abraham hier nicht ohne Tadel, der in diesem Falle berechtigter ist als in dem früheren. Auf die Vorwürfe Abimelechs, warum er ihm eine irreführende Angabe gemacht habe, antwortet Abraham: „Ich dachte, 572

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