Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1927)
- Article
- Einführungen in das erste Buch Mose
- Date
- 1927-02-01
- Page
- 564 (sequence 1)
- Language
- German
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Einführungen in das erste Buch Mose Von B. Jacob VE. Abraham1) 7. Im Süden Palästinas liegt eine Landschaft von niederdrückender Traurigkeit und Öde: Das Tote Meer oder Salzmeer mit seinen Ufern. Tot heißt es. weil nichts an ihm gedeiht und keine Fische in ihm leben können; das Salzmeer, weil sein Wasser das salzigste der Erde ist Es ist so schwer, daß man nur mit Mühe darin untertauchen kann. Geologisch ist das Salzmeer dadurch merkwürdig, daß es tief unter dem Spiegel des Mittelländischen Meeres liegt Es ist das Ende der in vormenschlicher Zeit erfolgten Erdsenkung, durch die der Jordan fließt. In dem flachen Südende, das vormals das Tal Siddim hieß, oder an seinem Rande sollen die fünf Städte, darunter Sodom und Gomorrhar gelegen haben, die mit Amraphel und seinen Bundesgenossen Krieg führten. Sie sollen durch eine Katastrophe zur Zeit Lots zerstört worden sein, und in einem ganz aus Steinsalz bestehenden Bergpfeiler glaubt man das Weib Lote zu erkennen, das zu einer Salzsäule erstarrt sein soll, als sie sich auf der Flucht umwandte. Ruinen lassen sich unter mancherlei Gesichtspunkten betrachten. Das geschichtliche Interesse sieht in ihnen Zeugen vergangener Zeiten, die uns wertvolle Kenntnisse übermitteln. Das ästhetische Interesse kann sie als einen malerischen Zug der Landschaft schätzen und sucht dann die zerstörten Reste in ihrem Zustand zu erhalten, während der reine Nützlichkeitsstandpunkt sie ohne Schwärmerei beseitigt, wenn sie im Wege sind. Aber es gibt noch einen anderen Standpunkt, und er ist der volkstümliche. Er fragt: Weshalb ist diese 1) Vergl. Heft V des „Morgen". 564