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Der Morgen · 1926-10-01 · Heft 4 (Oktober 1926) · p. 393

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Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 4 (Oktober 1926)
Article
Adolf Bartels und Wilhelm Fischer
Date
1926-10-01
Page
393 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Adolf Bartels und Wilhelm Fischer (Oberingenieur und Vizepräsident der dortigen israelitischen Kultusgemeinde) gestorben ist, liegt auf dem dortigen israelitischen Friedhofe beerdigt Die Mutter Fischers, Johanna Fischer, ist am Sonntag, den 9. Mai 1886 in Graz gestorben und wurde am 11. Mai auf dem jüdischen Friedhofe in Graz beerdigt, wo noch heute ihr Grab sich befindet Dieser wahrhaft jüdischen Frau hat Fischer ganz gewiß das Beste seiner Begabung und seiner Erfolge zu danken. Von dieser Frau sagt Wastian x): Die Wundergabe der Poesie, die Lust zu fabulieren, hatte Wilhelm Fischer von seiner Mutter. An ihr hing der Dichter mit inniger Verehrung, sie hatte den entscheidenden Einfluß auf seine geistige Entwicklung und sie ließ er teilhaben an seinem Schaffen. Sie war eine feinfühlende Seele, die für die Zeit und die Verhältnisse, in denen sie lebte, sehr viel gelesen hatte und ausgeprägtes Kunstverständnis besaß. Nach ihrem Tode hat der Dichter in mehreren seiner späteren Novellen und Erzählungen ihr ein unvergängliches Denkmal treuer Kindesliebe gesetzt Der Vater Fischers, der längere Zeit in Graz gewohnt hat, war ein schlichter braver Mann, und weil er kein Freund der kroatischen Sprache war, schickte er seinen Sohn zunächst in das „urdeutsche" Gymnasium in Warasdin (Kroatien) und dann nach dem wahrscheinlich noch „deutscheren" Gymnasium in Stuhlweißenburg. Ich glaube damit zur Genüge die jüdische Abstammung Fischers dargetan zu haben. Um aber den letzten Zweifel daran zu zerstören, und um Bartels die Ausrede zu benehmen, es sei ihm unmöglich, an die jüdischen Matrikel heranzukommen, gebe ich in folgendem die wörtliche Abschrift der Geburtseintragung Fischers. Auszug aus der Geburtsmatrikel für die Israeliten in Csakaturn (Csäktornya, Cakovace). Jahrgang i846, Band I, Seite 11. Reihezahl: 366. Jahr, Monat und Tag der Geburt: i846, 18. April. Name des Geborenen: Wilhelm Fischer. Geschlecht: männlich. Eigenschaft: ehelich. Eltern des Geborenen: Karl Fischer und Johanna geb. Heinrich. Ort der Geburt: Csakaturn. Name der Hebamme: A. Ziegel. Tag der Beschneidung: a5. April 1846. Name des Beschneiden: Efraim Pollak. Pate: Aharon Heinrich. So ist Wilhelm Fischer, der allerdings in späteren Jahren zur evangelischen Kirche übergetreten ist, im Sinne der Völkischen ein Jude. Seine steierischen *) Wastian, Franz: Wilhelm Fischer der Grazer Stadtpoet, München, Georg Müller, 191a. 393

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