Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 3 (August 1926)
- Article
- Aus Herford's neuestem Werk über die Pharisäer [Rezension]
- Date
- 1926-08-01
- Page
- 313 (sequence 3)
- Language
- German
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Aus Herford's neuestem Werk über die Pharisäer Werk der Propheten vor Zerstörung bewahrten, indem sie den Geist der prophetischen Lehre dem moralischen und religiösen Charakter des Volkes einimpften.--Wenn es keine Propheten gegeben hätte, hätte es keine Pharisäer gegeben. Doch wenn es keine Pharisäer gegeben hätte, dann wären die Propheten „untergegangen, als wenn sie nie gewesen". Bedeutung und Erhaltung des Judentums neben dem Christentum (S.a33). „Welche Rolle auch immer das Christentum im göttlichen Weltplan zu spielen bestimmt war, es konnte diese Rolle nur spielen, wenn auch ein lebendes Judentum vorhanden war, teils um das Christentum vor einer vollständigen Assimilation an die heidnische Religion zu bewahren, teils um andere Seiten der Offenbarung neben den vom Christentum gebotenen aufrecht zu erhalten und darzustellen. Wäre das Judentum ausgestorben oder dem Christentum unterlegen, so wäre offensichtlich die ganze Wirkung seines Fortbestehens in der Welt verloren gegangen. Das Christentum hätte notwendigerweise seine Aufgabe verfehlt, wenn anders sein Auftreten irgend ein Sinn und irgend eine Beziehung zum göttlichen Weltplan hatte. Die christlichen Bemühungen, die Juden zu bekehren oder das Judentum zu zerstören, waren in Wirklichkeit Attentate gegen das eigene Leben, da dadurch eine Religionsform unterdrückt werden sollte, die anders war als die eigene, und ebenso nötig, wenn die eigene Aufgabe erfüllt werden sollte. Die Kirche betrachtete ein lebendes Judentum als eine ständige Gefahr. Doch ein totes Judentum wäre für sie ein verhängnisvolles Unglück gewesen ..." Inzwischen hat Herford seinen bisherigen Verdiensten um die bessere Würdigung des Judentums noch ein neues Ruhmesblatt hinzugefügt, indem er eine neue, äußerlich und innerlich gediegene Ausgabe der „Sprüche der Väter" mit Einleitung, Obersetzung und Kommentar erscheinen ließ.5) Dieselbe verfolgt das Ziel, sowohl Juden als auch Christen den „inneren Sinn des pharisäischen Judentums" zu zeigen. An dem Zustandekommen des Werkes in materieller wie in inhaltlicher Beziehung haben auch eine Reihe von jüdischen Gelehrten Anteil, denen der Verfasser im Vorwort dankt mit dem ihn kennzeichnenden Bemerken, daß „er und sie auf verschiedenen Wegen das Gute für Israel suchen". 5) Pirke Aboth . . . published under the auspices of the Alexander Kohut Memorial Foundation (VII, 176 p.) New York: The Jewish Institute Press 192 5. 313