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Der Morgen · 1926-08-01 · Heft 3 (August 1926) · p. 247

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Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 3 (August 1926)
Article
Eine Legende vom Menschen
Date
1926-08-01
Page
247 (sequence 4)
Language
German
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Eine Legende vom Menschen sein Brot fortnehmen will. In der siebenten ist er wieder zum Kinde geworden, das nach allem fragt, ißt und trinkt und spielt, und so leise ist sein Schlaf, ein Vögelchen kann ihn aufwecken. Kommt nun seine Zeit fortzugehen, kommt derselbe Engel wieder zu ihm und fragt ihn: „Kennst du mich?" Er sagt: „Ja, warum kommst du grad heut?" Sagt der Engel: „Um dich aus der Welt herauszuführen, deine Zeit ist da". Sofort fängt er an zu weinen und erhebt seine Stimme, daß sie von einem Ende der Welt bis zum andern erschallt; aber niemand hört sie und erkennt sie, nur der Hahn allein (er ist das klügste Tier, weil er als erster« den nahenden Anbruch des Tages, ahnt). Darauf spricht der Mensch zum Engel: „Du hast mich schon aus zwei Welten geführt and in diese hineingesetzt, jetzt laß mich auch hier." Da sagt der Engel zu ihm: „Hab' ich'« dir nicht gesagt? ohne deinen Willen wardst du geboren, ohne deinen Willen lebst du, und wider deinen Willen mußt du Rechenschaft ablegen vor dem Heiligen, gelobt sei er." 247

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