Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1926-08-01 · Heft 3 (August 1926) · p. 222

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 3 (August 1926)
Article
Der geistige Gehalt der jüdischen Wohlfahrtspflege
Date
1926-08-01
Page
222 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2895450-2895459-2895463-2896980--01131-2897034
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Leo Baeck: Der geistige Gehalt der jüdischen Wohlfahrtspflege sagen: die Zukunft fordert eine Gegenwart, eine Gegenwart der Gerechtigkeit, damit die Gegenwart zur Verkündigung der Zukunft werden kann. Die Bibel nennt das auch den „Trost", der dem Menschen gegeben ist Er ist nicht jener Trost, welcher beschwichtigt, sondern der, welcher über den Tag und die Alltäglichkeit hinausträgt, der Trost dessen, der beginnt und um das Ende weiß. „So tröstet der Ewige sein Volk." Das ist der geistige Gehalt der Wohlfahrtspflege. Er gibt es uns, daß wir mit dem, was als Geschick der Menschen gilt, ringen, um darzutun, daß es kein Geschick ist, und daß wir den Kampf des Glaubens gegen den Unglauben führen, um darzutun, daß nicht das Interesse, sondern das Gebot des Guten die Wirklichkeit ist Immer wieder kann der Geist formen und gestalten, immer wieder die Materie durchdringen. Er führt und drängt weiter und weiter diesen Weg des Gebotes der Gerechtigkeit, das nie ganz erfüllt ist, und doch immer wieder erfüllt werden soll In ihm hat die Wohlfahrtspflege ihre Kraft und ihre Gewißheit, in diesem Geist, der aus dem Gewissen, aus dem Herzen kommt 222

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.