Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1926)
- Article
- Die Schriftzeichen vom Sinai und das Problem der "heiligen" Schrift
- Date
- 1926-06-01
- Page
- 182 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Sdiriftzeidien vom Sinai und das Problem der „heiligen" Sdirift Von Rudolf Hallo Und der Ewige sprach zu mir: Nimm Dir eine große Tafel und (Sdlluß) schreibe darauf becheret enosch : mit Menschen griff el; Jes. 8, Vers i. Am 2. Juli 1778 schrieb der Kanzler von Dalberg an Herder (Briefe III 2 5 4): Unmöglichkeit der Universalsprache und Rechnens mit Worten ist mir langst erwiesen. Größen sind in gleiche, gleichartige Teile eingeteilt, wachsen mit Einheiten, haben nur -|--=, nur drei Differenzen. Psychologische Begriffe haben unendliche Mengen von Differenzen, sind Wachstum, sind ungleich, ungleichartig, sind Reihen, deren Glieder unbestimmte Werte sind. Man vergleiche psychologische und arithmetische Reihen: gut — besser — fürtrefflich — herrlich usw. und wieder 10—100—1000—10000. Wieviel Bestimmtheit hier, wieviel Schwankenheit dort? Und wie läßt sich da an logikales Rechnen, an Universalsprach' gedenken? Das hatt' ich längst durchdacht, als ich auf Lamberts Vermutung fiel: Leibnizens Sprach' hätte die. syllogistische Form zum Gegenstand gehabt Das glaub ich nicht, das wäre unwichtiges Ding: im Grunde leicht herauszubringen! Mit diesen impulsiv modernen Worten stößt unser Thema zum Kern vor: Psychologische Begriffe, unendliche Menge von Differenzen, Universal- Bemerkung. Auf Seite 87 war in letzter Zeile durch ein bedauerliches Versehen statt des Namens Italiener Berliner geschrieben worden. Gemeint war, wie der Leser bemerkt haben dürfte, Herr Rabbiner Italiener, der Verfasser des Aufsatzes über die Haggadah. Übrigens werde ich aus dem Leserkreis in dankenswerter Weise darauf hingewiesen, daß in dem Symbol des Fisches für Christus ein weltgeschichtlich großes Beispiel der Zuordnung von Bildern zu Lauten vorliegt. 182