Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1926)
- Article
- Jona, Hiob und das Problem der Gerechtigkeit
- Date
- 1926-06-01
- Page
- 140 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Friedrich Thieberger: Jona, Hiob und das Problem der Gerechtigkeit Hiob weder gelebt noch erschaffen wurde, sondern nur ein Gleichnis bedeute. Hier nimmt kein Gott — wie im Brahmanismus, wie im Christentum — aus Menschenliebe die Leiden der Welt auf sich, sondern der Mensch nimmt die Leiden der Welt auf sich aus Gottesliebe. Da nun das Paradoxe des Symbols erfüllt ist, kann die Erzählung auch dem menschlichen Beruhigungsbedürfnis Genüge tun: Hiob kehrt in seinen früheren Lebensstand zurück. So führt die Gottesflucht Jonas und die Gottessuche Hiobs wieder in die Mitte der Wirklichkeit Immer von neuem sind dies die beiden Bewegungen der Menschheit, damit die ewige Richtung immer von neuem gefunden werde. Nicht Überwinder eines ewigen Problems wollen die beiden biblischen .Dokumente sein, sondern Erwecker zu dem einen unendlichen Weg. 140