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Der Morgen · 1926-04-01 · Heft 1 (April 1926) · p. 97

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Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 1 (April 1926)
Article
Einführungen in das erste Buch Mose
Date
1926-04-01
Page
97 (sequence 1)
Language
German
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Einfuhrungen in das erste Buch Mose Von B. Jacob V.Die Erzväter1) 6. Fragt man nun nach alle dem, worin denn die Erzväter hervorragten, ßo ist zunächst nicht gering die Summe ihrer menschlichen Tugenden: der Klarheit, Festigkeit und Ausdauer ihres Wollens, des starken Familiensinnes und der Pietät, der Menschenliebe, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, der Verträglichkeit und Friedfertigkeit, des Abscheues vor Roheit, Gewalttätigkeit und Blut, der Treue, des Hochsinnes und der Würde. Das ist immerhin schon eine schöne Erbschaft an die Nachkommen. Aber freilich ist nichts darin, was sich nicht bei Menschen jeden Zeitalters wiederfände. Sondern ihre eigentliche Größe besteht darin, daß sie die ersten hohen Gottesmänner, die ersten Großen der Religion gewesen sind. Sie haben den wahren Gott erfaßt und begriffen, daß dies ihr geschichtlicher Beruf ist Damit haben sie der Menschheit ein Gut gegeben, neben dem kein anderes auch nur genannt zu werden verdient, in dem alles Hohe und Tiefe, alle Weite und Fülle, der Sinn der Welt und des Lebens einbegriffen ist, in dem alles Denken, Fühlen und Wollen Mittelpunkt, Ziel und Antwort findet „Die den Herrn suchen, begreifen alles." Von ihm haben sie sich gerufen und geleitet gefühlt, in ihm hatten sie ein Lebenszentrum, auf das sie alles bezogen. Es ist schon etwas Großes, daß das spätere Israel, als ein kleines Volk und immer die Minderheit auf der Welt, Jahrtausende lang trotz Verfolgung und Druck an seinem Grotte festhält und sich von keinem fremden Glauben, und sei er auch im Besitze aller Macht und Herrlichkeit der Welt, blenden läßt Aber der einzelne Gläubige hat doch immer den Rückhalt einer Gemeinschaft und die tröstliche Unterstützung einer i) Vcrgl. I. Jahrg. No. 6. 7 97

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