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Der Morgen · 1926-04-01 · Heft 1 (April 1926) · p. 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 1 (April 1926)
Article
Die Gottesbeweise
Date
1926-04-01
Page
33 (sequence 11)
Language
German
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Die Gottesbeweise wir uns, daß wir die weltdurchtränkende Ganzheit wenigstens „beweisen" können. — Es gibt solche, die behaupten, von Gott ein unmittelbares, also ein nicht auf Beweise gegründetes Wissen zu besitzen. Man nennt sie „Mystiker", und sie stehen gerade heute wieder hoch in Ansehen, in einer Zeit, wo es der Vernunft leider auf so vielen Gebieten an Selbstvertrauen gebricht Aber was haben Mystiker eigentlich bisher geleistet, und sogar die besten und ehrlichsten unter ihnen? Entweder sie haben uns mit ganz allgemeinen und unbestimmten Worten abgespeist, wie etwa, daß sie in gewissen Augenblicken „mit Gott vereinigt", oder „in Gott" oder „selbst Gott" gewesen wären, Dinge, unter denen man sich gar nichts klares denken kann. Oder sie erzählen uns alle mögliche Einzelheiten vom Göttlichen, wie etwa die Theosophen, an die sie selbst glauben mögen, von denen sie aber nie einen anderen zu überzeugen vermögen. Daß wir uns als in überpersönliche Zusammenhänge logisch und ethisch eingespannt wissen, lehren wir selbst Ebenso, daß in dieser Hinsicht in uns ein „Fünklein" vom Göttlichen ist Aber das alles geht über die Lehre von der allgemeinen Gottesdurchtränktheit der Welt nicht hinaus. Manche der Mystiker haben dieses Erlebnis schön und erhaben geschildert Über das, was wir eigentlich wissen möchten, lehrt es uns aber gar nichts. 33

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