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Der Morgen · 1925-12-01 · Heft 5 (Dezember 1925) · p. 564

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 5 (Dezember 1925)
Article
Urkirche und Judentum
Date
1925-12-01
Page
564 (sequence 16)
Language
German
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Engelbert Krebs Von seinem Judentum sprach Paulus mit Stolz: „Ich bin beschnitten am achten Tage, bin vom Volke Israel, aus dem Stamme Benjamin, ein Hebräer von Hebräern (also von Vater und Mutter her Jude), dem Gesetze nach ein Pharisäer, dem Eifer nach ein Verfolger der Kirche Gottes, der Gerechtigkeit im Gesetze nach wandelte ich ohne Tadel. Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust erachtet; ja, ich habe alles für Verlust erachtet um der alles übertreffenden Erkenntnis Jesu Christi willen, um derentwillen ich auf alles verzichtet habe und es für Unrat erachtet habe, am Christum zu gewinnen, um in ihm erfunden zu werden, nicht mit meiner Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz (aus dem jüdischen Zeremonialgesetz) stammt, sondern mit der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben an Jesus Christus kommt, der Gerechtigkeit aus Gott durch den Glauben" (PhiL 3, 5—9). — Gerade diese Erklärung seiner Abkehr vom Judentum und Hinkehr zu Christus zeigt deutlich, wie wert dem Apostel das Judentum blieb: Nur der Verzicht auf den Gebrauch von Wertvollem hebt die HöherWertigkeit dessen hervor, um dessentwillen man den Verzicht geleistet hat Wie nun Paulus bei der Missionsarbeit vorgegangen ist, wie er sie immer als Jude bei den Juden begonnen hat, wird uns deutlich aus Schilderungen der Apostelgeschichte. Die Apostelgeschichte ist in den Jahren der übertriebenen Bibelkritik eines der umstrittensten Bücher gewesen. Aber die „röckläufige Bewegung zur Tradition" hat sich auch an ihr bewährt und die katholische Überlieferung, daß dieses Erstlingsbuch der Kirchengeschichte tatsächlich das Werk des Paulusbegleiters Lukas ist, daß es aus geschichtlichen Quellen schöpfend, vielfach auf Augenzeugenschaft beruhend, Wahrheit überliefert, ist auch bei liberalen Vertretern der Kirchengeschichte wieder zur Anerkennung gelangt Es war ja Harnack, der „Lukas den Arzt" als Verfasser der Apostelgeschichte verteidigt hat1), es ist Eduard Meyer, der neuestens den Geschichtswert der Apostelgeschichte gegenüber der übertriebenen Kritik in Schutz nimmt Wir haben allerdings vor Meyer auf katholischer Seite ein mit aller Akribie und ausgebreitetstem Wissen geschriebenes Werk, das Meyer, wenn er es gekannt hätte, viel Arbeit erspart und seine These noch besser erhärtet hätte: Alfred Wikenhauser, Die Apostelgeschichte und ihr Geschichtswert, Münster (Aschendorff) 1921. Aber bekanntlich gilt auch heute noch für l) Adolf von Harnack, Lukas der Arzt, der Verfasser des dritten Evangeliums und der Apg. Leipzig 1906. 564

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