Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1925)
- Article
- Festansprache gehalten bei der Wormser Tagung des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten am 5. September 1925
- Date
- 1925-10-01
- Page
- 425 (sequence 6)
- Language
- German
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Festansprache wenigsten aber mit der Rasse. Wer vermochte das Deutschtum auszuschöpfen im wandelnden Reichtum der Jahrtausende, in der Fülle der Aufgaben, die in ihm noch verborgen liegen I Dieses vielgestaltige, geistesreiche, schicksalsvolle Deutschtum — wir lassen es uns nicht rauben! Auch nicht von denen, die es ihrem Patriotismus schuldig zu sein glauben, uns als Fremde zu ächten. Es liegt uns fern, die vaterländische Gesinnung dieser Kreise gering zu schätzen. Es liegt uns aber ebenso fern, diese Kreise als die einzig echten Repräsentanten des Deutschtums anzuerkennen. Deutsch-völkisch: Das ist die deutsche Abart einer internationalen Geistesverirrung — die Verrohung und Vergröberung des nationalen Gedankens. — Wir betteln nicht um Liebe — aber was wäre Liebe, die nicht ringen würde um den Gegenstand ihrer Liebe! Wir betteln nicht um Liebe — aber was wäre Liebe, die nicht glauben würde an ihren schließlichen Sieg über den Haßl Wenn wir am Schlüsse dieser erhöhten Stunde noch einmal unser Deutschtum bekennen, im Namen von Zehntausenden jüdischer Frontsoldaten, im Namen von Hunderttausenden deutscher Juden, so sagen wir nicht, was sein sollte, oder sein könnte: Wir sprechen aus, was ist Wir beugen uns in Demut und Ehrfurcht vor dem einig einzigen Gott unsrer Väter — WirsindJuden. Wir lieben in Treue und Hingebung unser deutsches Vaterland, die Heimat unsrer Ahnen und Kinder — Wir sind Deutsche. 425