Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1925-06-01 · Heft 2 (Juni 1925) · p. 226

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 2 (Juni 1925)
Article
Das "Judaistische Institut" in Jerusalem
Date
1925-06-01
Page
226 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2895450-2895451-2895454-2895908--00263-2896035
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Das „Judaistische Institut" in Jerusalem.*) Von I. Elbogen. Zu Beginn des nächsten Monats wird auf der Höhe des Skopus-Berges vor Jerusalem die Hebräische Universität eingeweiht Von dieser Stelle aus setzte Titus im Jahre 68 die Belagerung Jerusalems an, die schließlich zur Zerstörung der Stadt und zur Auflösung des jüdischen Gemeinwesens führte. Die neue Universität wird als Symbol dafür dienen, daß der geplante Aufbau Palästinas nicht nur die materielle, sondern auch die geistige Kultur des einzigartigen Landes wieder beleben will. Die Anregungen zur Begründung einer jüdischen Universität reichen bis in die Anfänge der zionistischen Organisation zurück, insbesondere wurde der Gedanke damals von dem Heidelberger Mathematiker Hermami Schapira (gest 1898) begeistert verfochten. Theodor Herzl unterbieitete dem Sultan Abdul Hamid am 3. Mai 1902 den Plan der Gründung einer jüdischen Universität in Jerusalem, die auch die technische und landwirtschaftliche Hochschulbildung vermitteln sollte; die Jugend des ottomanischen Reiches sollte dadurch Gelegenheit finden, ihre Studien im Inlande zu machen, und vor der Berührung mit den politischen Ideen des Westens bewahrt bleiben. Andererseits war die jüdische Jugend des zaristischen Rußland infolge der zunehmenden Härte in der Anwendung des numerus clausus für Mittel- und Hochschulen gezwungen, außerhalb der Heimat zu studieren, ihr war eine Heimstätte für die geistige Ausbildung Lebensbedürfnis. Der Kreis um Achad Haam wiederum propagierte den Gedanken einer Universität mit hebräischer Unterrichtssprache als Mittelpunkt für die Weiterentwicklung der jüdischen Kultur. All diese Bestrebungen wirkten zusammen zu dem Erfolge, daß der Wiener Zionistenkongreß von 1913, der überhaupt die kulturellen *) Dieser Artikel konnte leider im 1. Hefte keine Aufnahme mehr finden, da er nadi Redaktionsschluß eingelaufen ist. D. H. 226

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.