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Der Morgen · 1925-06-01 · Heft 2 (Juni 1925) · p. 162

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 2 (Juni 1925)
Article
Die Ausgrabungen am Sinai und das Problem des Moses- und des Gottesnamens
Date
1925-06-01
Page
162 (sequence 1)
Language
German
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Die Ausgrabungen am Sinai und das Problem des Moses- und des Gottesnamens. Von R. Hallo. Wir bringen nachstehend unter dem Titel: Ausgrabungen am Sinai einen Aufsatz zum Abdruck, der ein Interesse beanspruchen darf, das weit über den Rahmen dessen hinausgeht, was nur dem Fachmann oder dem archäologisch dilettierenden Laien lesenswert ist. Denn der Berichterstatter nimmt hier die zufälligen Funde einer ägyptologischen Expedition, aus allem Zweifelhaften, das ihrer Deutung noch anhaftet, heraus, um am sicheren Leitfaden wissenschaftlicher Methode die Fülle der Probleme vor uns aufzurollen, die jene Funde ins Bewußtsein rufen. Und dabei stellt es sich heraus, daß diese Bruchstücke einer um Jahrtausende zurückliegenden Vergangenheit über alle Streitfragen der religiösen Haltung hinweg an Inhalte rühren, die in die unmittelbare Gegenwart unseres eigenen geistigen Lebens reichen. Der Herausgeber. Als am Ausgang des 18. Jahrhunderts der dänische Forschungsreisende Bartel Niebuhr, der Vater des großen römischen Geschichtsschreibers Carsten Niebuhr, seine morgenländischen Reiseberichte herausgab, da befand sich darunter neben den berühmten Nachrichten aus Persien, die den Anstoß zur Entzifferung der Keilschrift und damit zur Erschließung des Alten Orients gaben, eine unscheinbare Notiz von einem friedhofartigen Trümmerfeld auf der Halbinsel Sinai Und obwohl der Sinai mit dem ihm anhaftenden Reiz der uralten religiösen Überlieferungen im vergangenen Jahrhundert nie seine Anziehungskraft auf die europäische Gesellschaft verlor, und die junge agyptologischc Wissenschaft — in strenger Weise durch Brugsch, in erzählender Form durch Ebers — Probleme der mosaischen Wanderzeit, der Offenbarungsstätten und der Geschichtlichkeit der Mosestradition ständig im Bewußtsein des Abendlandes hielt, so dauerte es doch bis in unsere Tage, bis eine systematische Erforschung des Sinai mit methodischer Sachlichkeit vorgenommen wurde. 162

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