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Der Morgen · 1925-04-01 · Heft 1 (April 1925) · p. 110

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 1 (April 1925)
Article
Jüdische Höhlenbewohner in Tripoli
Date
1925-04-01
Page
110 (sequence 1)
Language
German
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Jüdifdie Höhlenbewohner in Tripoli. Von E. Brandenburg. Ich habe wissenschaftlich viel mit der Erforschung von Höhlen und Wohngrotten aus ältester Zeit (etwa 2000 v. Chr.) zu tun gehabt Als ich nun 1910 nach Tripoli kam, hörte ich von einer ganzen Bevölkerung, Mohamedanern und Juden, die im Hinterland, besonders auf dem Hochplateau des Djebel-Garian (= Gariän-Gebirge), in künstlich hergestellten Räumen unier der Erde hausen. Das interessierte mich natürlich sehr; Menschen, die heute in dieser primitiven Art leben, sehen und studieren zu können, war für mich äußerst wichtig, weil sich daraus vielleicht Rückschlüsse auf meine eigentlichen Forschungen und Arbeiten machen ließen. Es war nur schlimm, daß es für einen Europäer unmöglich war, von den damaligen Herren des Landes, den Türken (bis 1911) die Erlaubnis zu einer Reise ins tripolitanische Hinterland zu bekommen: sie sahen in jedem Wissenschaftler, oder auch nur harmlosen Touristen einen Agenten und Spion der europäischen Großmächte. Wenn ich nicht irre, so ist Ende der 70er Jahre, oder vielleicht auch Anfang der 80er Jahre, Schweinfuhrt der letzte gewesen, der dort gereist ist Darüber Aufzeichnungen hat er aber nicht veröffentlicht Es gehört nun eigentlich nicht ganz zur Sache, wenn ich im Folgenden die Art und Weise schildere, wie es mir endlich doch gelang nach dem Garian zu kommen, aber das Erlebnis ist recht unterhaltend und beleuchtet gewisse orientalische Verhältnisse. 1907 und 1908 war mir das Unternehmen nicht gelungen, aber das schreckte mich nicht ab; man muß sich im Orient nur immer hübsch Zeit lassen und nicht mit dem Kopf durch die Mauer rennen wollen. Ich ging also im Januar 1910 wieder nach Tripoli und zwar um ein ebenso schweres, als imaginäres Halsleiden in der milden Luft dort auszukurieren. Dieser Grund, besser gesagt Vorwand, und ebenso der Umstand, daß ich schon 110

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