Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 15)
- Language
- German
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296 Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen der Mehlhandel1), oder an einzelne Juden, wie der Salzverkauf in Zduny2) und Same3) und der Leder- und Weinhandel in Murowana Goslin4). Die Konzessionen, erstreckten sich aber nicht nur auf Gegenstände des Detailverkaufs, sondern erfaßten auch die wichtige Schlachtbefugnis, So hatten in Wreschen5). die Juden das Schlachten für 3000 Gulden gepachtet — die Christen durften nur Schweine, gegen eine Abgabe von 380 Gulden; schlachten. Ebenso verhielt es sich in Neustadt a. W.6) und Murowana-Goslin7). Aus der Pacht der Staatseinnahmen — beispielsweise der wichtigen Pacht des Bergbaues8) — waren die Juden endlich im 18. Jahrhundert verdrängt worden9); aber auch hier war ihre Ausschließung keine vollständige. So waren in Stobnica und Obersitzko die Judenschaften Pächter der Fleischakzise10). Diesen immerhin nur als Ausnahmen zu wertenden Fällen steht die allgemeine Erscheinung gegenüber, daß die Verpachtung aller grundherrlichen Hebungen an Juden — nach Schrötters Urteil — das Übliche geblieben war11). So begegnen wir hier, ähnlich wie in West- 1l Bloch 595, 626 ff. 2) Grützmacher a. a. O., S. 30. Pachtsumme 1200 Fl. 3) D. J. 1793, S. 252. Ortsch. Nr. 1315. Für das Monopol des Salzverkaufs, der Branntweinbrennerei, des Seife-, Licht-, Bisen-, Herings- und Kramwarenhandels bezahlte der Jude Nathan 450 Rtl. 4) G. T. 111. , 5) Ortsch. Nr. 1581. 6) G. T. 102. ל) G. T. 111. 8) Fr. J. Jekel: Pohlens Staatsveränderungen und letzte Verfassung. I. (Wien 1803) 36, Herzberg 67. 9) An ihre Stelle waren Angehörige aller Stände und Berufe getreten, darunter Leute von so großzügigem Unternehmertum wie der Posener Bankier Klug, der die Tranksteuer von 48 Ortsch. gepachtet hatte. D. J. 1793, S. 258. 10) D. J. 1793, S. 258. In neuostpreußischeFZeit finden wir die Abgaben von Neustadt bei Schirwindt an einige Juden für 1200 Dukaten verpachtet. Holsche I. 431. 11) Schmidt 1. 438 Anm. 3. Immediatber. Schrötters vom 14. 5. 1801.