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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 4 · p. 273

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 4
Article
Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs "Große Täuschung"
Date
1920-01-01
Page
273 (sequence 1)
Language
German
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Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs ״Große Täuschung“. Von Heinrich Laible. (Schluß) Daß Gott ,,den Völkern den Götzendienst als ihr Teil zugewiesen hat“ (Deut. 4, 19), ist dem Hm. Delitzseh ein ungeheuerlicher Satz der Thora. Er schreibt S. 74: ,,Noch unmöglicher ist es, zu glauben, daß Gott, der gnädige und gerechte Gott, nicht allein bloß Israel sich offenbart und Israel zu seinem Volk gemacht, sondern zugleich allen übrigen Völkern der Erde den Götzendienst zugeteilt habe“ (S, 74). ,,Verdient nicht,“ ruft der entrüstete Hr. Delitzsch־ aus, ״ein solch vermeintlicher Gott die Benennung ,,Boscheth“ d. i. Schandgötze?“ Wenn Gott, wie ja Hr. Delitzsch wohl zugibt, der Weltregent ist, dann geschieht alles unter seiner Oberleitung. Wer anders kann also den Völkern den Götzendienst zugeteilt haben als der Allherr? Und zwar als Gericht über die von ihm d. h. von seiner Uroffenbarung abgefallene Völkerwelt, vgl. Rom. 1,18—25 (Apgsch. 14, 16 ״der in vergangenen Zeiten hat lassen alle Heiden wandeln ihre eigenen Wege‘‘); anderseits aber-auch, wie Aug. Dillmann bemerkt, ״um ihr Gottesbewußtsein daran wach zu erhalten“. Es war keine für immer gewollte ״Zuteilung“ an den Götzendienst. Sondern es sollte eine Zeit kommen, wo er sich einem der Völker, nämlich dem Volk Israel, auis neue offenbarte. Und diese neue Offenbarung sollte auch den Völkern zugute kommen. Dies ist der Gang der Heilsgeschichte, welchen derjenige nicht sehen kann, welchem — nicht ohne seine Schuld — Gott Blindheit ״zugeteilt“ hat. ״Um Israels Gott zu sein, bedurfte Jaho eines Landes, das ihm bzw. seinem Volke ganz allein zu eigen gehörte, Monatss<hrift, 64. Jahrgang. ]g

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