Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Marcus Brann
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 241 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Marcus Braun Mit einem Nachruf auf den Vorsitzenden unserer Ge- Seilschaft hat der Herausgeber den gegenwärtigen Jahrgang der Monatsschrift eingeleitet, und noch ehe der Jahresring sich schließt, erwächst uns die schmerzliche 'Pflicht, Marcus Brann selbst ein Wort des Abschieds zu widmen. Unberührt von der Last des Alters und der Arbeit schritt der Siebziger rüstig durchs Leben, sein heiteres Temperament ließ auf ewig ungetrübten Sonnenschein schließen undnicht ahnen, daß im stillen die schwere Krankheit an ihm zehrte, die, verschärft durch die Sorgen und Leiden der Kriegszeit, seinem Leben ein rasches Ende bereitete. ,,Unseres Lebens Tage sind siebzig . . . und wenn es köstlich ist, war’s Mühsal und Pein/* Brann gehörte nicht zu den bevorzugten Kindern des Glücks, das Leben und die Laufbahn sind ihm nicht leicht gemacht worden. Was er geleistet; verdanken wir neben seiner Begabung seiner starken Liebe zum Judentum und seiner unermüdlichen Hingabe an die Wissenschaft. Alle - Voraussetzungen für einen raschen wissenschaftlichen Aufstieg waren in Brann in glücklichster Weise vereinigt. Von seinem gelehrten Vater, der, im alten Bet ha Midrasch herangebildet, tiefes Verständnis für die neue wissenschaftliche Methode und enge Fühlung mit ihren führenden Vertretern besaß, wurde er in früher Jugend in das jüdische Schrifttum eingeführt. Von Z. Frankel, der sich durch die große Kunst auszeichnete, Begabungen zu erkennen und anzuregen, wurde der junge Student zu wissenschaftlicher Arbeit herangezogen. Vor allem aber zeigte er Anlage und Neigung für das Studium der Ge- Monatsschrift, 64. Jahrgang. 16