Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen, 235 Auch in Berlin waren die Juden nur geduldet und geselischaffclieh geächtet. Sie wurden in jeder Weise verfolgt, und bei ihren Vertreibuagen scheint stets״ die finanzielle Erwägung die ausschlaggebende gewesen zu sein. j:$. Im letzten Abschnitt der Arbeit befaßt sich der Verfasser schließlich noch mit dem Gerichtsstand der Juden und erwähnt eine eigenartige, ausführliche Eidesformel aus dem Berliner Stadtbuche, Das Resultat, in das er seine Arbeit zusammenfaßt, läuft darauf hinaus, daß die Lage der Berliner und märkischen Juden sich von der der übrigen Deutschen nicht wesentlich unterscheidet. Die eigentliche Geschichte der Berliner Judengemeinde, die mit ihrer Wiederaufnahme durch den Großen Kurfürsten beginnt, wiJl er in den weiteren Abschnitten geben. Es ist bedauerlich, daß gerade dieser jetzt nicht vorliegt, denn er hätte in diesem Jahre, in dem der dreihundertjährige Geburtstag des Großen Kurfürsten gefeiert wurde, besonderes Interesse erregt. Wir können nur wünschen, daß der Verfasser dies noch wenig erforschte Gebiet weiter zum Ge genstand seiner Untersuchungen macht, Breslau. Dr. Willy Cohn. Direktor Prof. Dr. Heinrich Frauborger. Im Monat Juli, kurz vor Beendigung seines 75. Lebensjahres, verstarb׳ Prof. Dr. Heinrich Frauberger, der Direktor des Kunstgewerbemuseums in Düsseldorf. Mit ihm ist einer der wenigen Nichtjuden dahingegangen, die es wagten, sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit, ihrem Wissen und Streben, für eine jüdische Sache einzusetzen. Das Interesse des Heimgegangenen galt der Erforschung der jüdischen Kunstdenkmäler, die bis dahin nur ganz selten von Fachmännern beachtet wurden. Um diesem Mangel abzuhelfen, gründete Prof. Frauberger um die Jahrhundertwende mit Charles Hallgarten und anderen jüdischen Kunstfreunden die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler in Frankfurt a. M., die er bis zu seinem Tode leitete. Die Mitteilungen dieses Vereins sind, soweit sie von Prof, Frauberger stammen, von großer Sachlichkeit und Kenntnis der jüdischen Religions- und Volksgebräuche, in die sich der Verstorbene mit erstaunlichem Eifer eingearbeitet hatte. Leider sind die Mitteilungen nicht im Buchhandel zu haben, sodaß sie der Allgemeinheit nur schwer zugänglich sind. Im Interesse dieser vorzüglichen Veröffentlichungen wäre es zu wünschen, daß mindestens eine Auswahl daraus etwa zugleich als ,,Frauberger-Gedenkbuch“ alsbald in den Handel käme. Zu erwähnen wäre noch die Ausstellung von jüdischen Bauten und Kultusgegenständen für Synagoge und Haus, die Prof. Frau-