Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 232 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. Neuburger, Max, Die Medizin im Flavius Josephus. Bad Reichenhall 0. J. 1919. 4ל S., 8\ Der Verfasser gibt seiner Abhandlung als Motto die Worte seines Helden: ״Nie im Leben möchte ich derart zum Gefangenen werden, daß ich meinem Stamme entsagte und der väterlichen ,Überlieferung vergäße/‘ Er möchte also der geschichtlichen Erforschung des Judentums einen Dienst leisten, dem er, wenn wir nicht irrer״ in seiner Jugend angehört hat. Und als Stoff- Sammlung ist seine Arbeit unzweifelhaft verdienstlich. Er scheidet mit Recht die in biblische Zeit führenden Angaben, für die wir Josepbus mit seiner Quelle vergleichen können, von den auf spätere Zeit bezüglichen, bespricht nicht nur alle Mitteilungen über seelische und körperliche Abnormitäten im weitesten Sinn (dem großen Herodes stellt er die Diagnose auf Leberzirrhose), sondern handelt auch über Heilpersonen, Krankheitsauffassung, Hygiene, sexuelle Erscheinungen; ja, selbst Reinheits-, Speise- und Sabbatgesetze zieht er in den Kreis seiner Betrachtung, wiewohl er sich S. 36 mit Recht gegen eine hygienische Auffassung ritueller Vorschriften verwahrt. Zur Verwertung dieses fleißig gesammelten Materials fehlen aber dem Verfasser, wie er selbst zu fühlen scheint, die Yorkerintnisse sowohl auf theologischem wie auf philologischem Gebiete, Wer Josephus5 Angaben nur nach der ״Textbibel“ (1) von Kautzsch kontrolliert, kann durch falsche Verallgemeinerung zu dem Schluß kommen, die Beschneidung sei nur von Ärzten ausgeführt worden (S. 60); und die hygienisch motivierte Warnung des Talmud vor dem Genuß unbedeckten Trihkwassers (zu S. 43) kann ihm natürlich nicht bekannt sein. Ebensowenig ist der Yerfasser in der Lage, den Einfluß griechischer Muster richtig zu bewerten. Er räumt der jüdischen Überlieferung zu Unrecht einen erheblichen Anteil an der Profanbildung des Josephus ein (Vorwort) und erkennt nicht, daß dieser für die nachbiblische Zeit nach der Art der meisten hellenistischen Historiker die Angaben seiner Quellen ziemlich unkritisch weitergibt, die Erzählungen und gesetzlichen Partien der Bibel aber mit Hilfe der Rhetorik seiner Zeit bearbeitet und aufputzt: daher die Auf-