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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 3 · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 3
Article
Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs "Große Täuschung"
Date
1920-01-01
Page
Seite 173 (sequence 11)
Language
German
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Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs ״Große Täuschung“. 1 3ל sondern wie Furcht aus und stimmt recht genau mit dem, was die Rahab den Kundschaftern gesagt, hatte. Das alles ignoriert Hr. Delitzsch, der lediglich an den Widerstand denkt, den die Bewohner Kanaans weiterhin leisteten. Aus den anfangs Verzagten waren Trotzige geworden. Die dem Einzug Israels vorausgegangenen Wundertaten Jhvh’s waren das letzte Anklopfen Gottes bei dem gerichtsreifen Volke gewesen. Als der Prophet Jona nach Ninivehkam und den von Gott gesetzten Gnadentermin verkündete, da fügten sich die Niniviten dem Bußruf, und die Drohung wurde nicht vollzogen. - Die Kanaaniter dagegen verstockten sich gegen die Predigt der wunderbaren Offenbarungen und Machterweisungen des wahren Gottes, die einzige (von Hm. Delitzsch so verachtete) Hure Rahab ausgenommen. Darum zogen sie aus zum Streit gegen das Volk, welches unter Gottes handgreiflicher Führung heranrückte, d. h. gegen den Führer dieses Volkes selbst, gegen Jhvh. Das längst gerichtsreif gewordene Kanaanitervolk wies die ihnen entgegengetretene göttliche Offenbarung trotzig ab, und so nahm der von Gott, beschlossene Gerichtsvöllzüg seinen Lauf. Es heißt jos. 11, 20: ״Denn von Jhvh geschah es, daß er ihr Herz zum Streit mit Israel verstockte* auf daß er sie verbannte, daß ihnen nicht Gnade widerführe“. Wer nicht weiß oder nicht wissen will, daß nach der Schrift die Verstockung beides ist: göttliche Tat und zugleich eigene Tat des Subjekts, wie denn beiderlei Ausdrücke wechseln (vergl. 2 Mos. 9, 12 und 34), ist geneigt, Anstoß zu nehmen an einer von Gott, dem Güten und das Gute Wollenden, ausgehenden Verstockung zum Bösen. ״Aber gut ist ja“, wie Franz Delitzsch zu Jes. 6, 9f. bemerkt, ״nicht allein der Liebeswille Gottes, sondern auch sein Zomwille, in welchen sich sein Liebeswille, wenn er hartnäckig zurückgestoßen wird, verwandelt. Es gibt eine Selbstverhärtung des Menschen im Bösen, die ihn schlechthin unverbesserlich macht und welche, als Produkt

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