Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 358

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
Date
1919-01-01
Page
Seite 358 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829892-2829896-2894924--43778-2895092
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

358 Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. Verpflichtung, an den ersten beiden Abenden den Festbericht zu verlesen. Mit Anspielung auf den Namen des Landrabbiners err schien das Werkchen unter dem Titel עטרת צבי (Jes. 23, 5) und wurde ihm auf einem besonderen Blatt gewidmet. Schon acht Tage vor Purim kamen die ersten Exemplare in Oldenburg an.1) Das Tagebuch berichtet darüber: Der Text »ist ziemlich gut von Groß übersetzt.« Die beiden Lieder »כי לו נאה und וזד גריא sind von Benzion übersetzt, welches recht gelungen. Die Dedikation an B. U. ist in recht schmeichelhaften Ausdrücken, was mich besonders freut. Sechs Briefe kamen mit, darunter einer von Alexander. Der ist ganz Liebe gegen mich, was ich nicht glaube.« (II, 154) Die Erreichung des Zieles war doch ungleich schwieriger als unser junger Freund es sich in seinem Feuereifer dachte. Der Landrabbiner hatte bei aller Geneigtheit für den größeren Wirkungskreis tausenderlei Bedenklichkeiten. Die Tätigkeit an einem größeren Gemeinwesen war immer schon das ernste Ziel seinesStrebens. Mit ihren 858 Seelen war die Wolisteiner Gemeinde der ganzen Judenschaft des י Großherzogtunis’ Oldenburg um mindestens das Doppelte überlegen. Sie stand gerade damals auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit2). Wenn sie unter den Gemeinden der Provinz Posen. an Seelenzahl auch erst die 17. Stelle einnahm, so war״ doch die Stadt, in der die Judenschaft lebte, vor vielen kleinen "Ortschaften, in denen sich größere Gemeinden befanden, durch anmutige Lage, durch aufblühende deutsche Kultur, durch ernstes Bildungsstreben der Mitglieder und durch lebendiges Interesse für alle religiösen Angelegenheiten ausgezeichnet. Und die Anstöße waren garnicht leicht zu beseitigen. »Die Geschichte mit Wöllstein,« lesen wir unterm 22. Adar, Friday (= 27. März 1840) '}) Die Ausgabe ist beschrieben im Katalog der Rosenthalscheii Bibliothek, S. 693, und war in der Tat überall in der Provinz Posen verbreitet. Soviel ich mich erinnere, fand man sie in meiner Jugend fast in jedem Hause. 2) Vgl. die Tabellen zu B. Breslauer, »Die Abwanderung der Juden aus der Provinz Posen« (Berlin 1gog). ־־

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.