Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 12)
- Language
- German
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8-54 Ans H. Graetzens Lehr-und Wanderjahren. wie man bei uns sagt, בכבוד auszukommen.«; Über Pfingsten kam wiederum Besuch. Hirschs Vater aus Hamburg traf bei den Kindern und Enkeln ein. Er ist »ein verständig närrischer Mann mit vieler Gutmütigkeit und bon mois. Er ist vergafft in seinen Sohn, was nur recht, aber er zeigt es ihm zu sehr, was sich sehr albern ausnimmt« (II, 131). Eine Woche später, an Monday, (l4. Siwan =) 27. Mai lesen wir dann im Tagebuch (II, 132). »Der Alte ist nun weg,, un brave homme avec beaucoup de bonhomie. Er brachte mir einen כהרי von der Prachtausgabe1) mit, was mir sehr angenehm ist. Denn Jehudoh hallevi — e'est mon homme. Es ist einer von den Wenigen, die viel Poesie haben und das ganze Judentum als ein poetisches Institut betrachten, das das Leben zu einer poetischen Entzückung führen soll. Und gerade diese Ansicht, die sich durch den ganzen כמרי ziehet, beweist, daß der חבר oder יצחק מסנגרי nicht mehr als den Namen dazu hergegeben hat. Wer diesen und seinen herzdurchdringenden צץ הלא תשאלי versteht — und. fühlt ״— wird das leicht einsehen. Jehudoh ist auch der einzige jüdische׳ Dichter, der mit Gefühl und mit nichts als Gefühl geschrieben. Ibn Gabirol — der מתפלסף — tut nichts als philosophieren. Aben Esra —. der triviale Skeptiker — der sich bald in den Schoß der תירה שבעל פה wirft — bald aiif תורה׳ שבכתב heterodoxe סודות hat -7dichtet, wie er trachtet. Kaliri, der geniale felsige Paiton — dichtet gar nicht, sondern schmiedet, meißelt. Nur Jehudoh konnte sagen איך יערב לי אכרל ושתות — denn in seinem Gemüte spiegelte sich die ganze Herriichkeit des הר הבית ab. Das Schwert, das das פרוכת durchbohrte, drang auch durch sein Herz. Und er starb einen jüdisch-poetischen Tod auf dem heiligen Boden von der mörderischen Hand eines Moslem. »תדבק לשוני לחכי.אם לא אזכרך יהודה הלוי כל עוד נפשי בי.« Dann fügt der Schreiber, vermutlich um nach allen Seiten hin die Diskretion zu wahren, mit griechischen Buchstaben die Notiz *) Gemeint ist die‘ von Isak Metz besorgte Hannoversche Ausgäbe; Steinschneider C. B, 573$, 6; Zedner S. 399; Rosenthal, S. 615, Anhang Nr. 779.