Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 8)
- Language
- German
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35Ö Aus H. Graetzens Lehr-und Wanderjahreh. לאהד מחכמי יש ראל.אשה שמעתי'מפיהם י תשואות הן למעשה ידי כי־ רובם עזבו׳ אלהי אבותיהם.■לחצוב׳ להם בארות :בארות נשברים,ואנחנו׳ מתעיכם m ך־;.בי חדלנו היות .נוצרו אלהי ישועתינו נעקשנו ובמלכיות •כזב רצינג Das soll ein Christ zu einer Zeit sagen, wo die jüdischen Theologen in Reden und Schriften darauf hinausgehen, das eigentümlich Jüdische zu verwischen und anstatt dessen ein schales Moralgerippe hinzustellen . . . (II, 101). ־ Einen neuen literarischen Versuch hatte er im Frühjahr fertig und entschloß sich, ihn an Philippsohn zu schicken, damit er ahn in der Allgemeinen Zeitung des Judentums veröffentliche Er notiert darüber in seinem Tagebuch (II, 104 f): »Diese Woche ging auch mein Aufsatz über לויתן an Philippsohn ab. Man muß doch den Herrn prüfen, von welcher Farbe seine Fahne sei! Obgleich er oft schon sein Glaubensbekenntnis als das eines Rationalisten im christlichen Sinne, beinah malgre lui abgelegt, so will er noch immer nicht mit der Sprache heraus, und diesen genau zu kennen, ist jetzt von der größten Wichtigkeit, weil, wie es scheint, er eine bedeutende Rolle in jüdischen Deutschland spielen wird. Es scheint auch, daß es mit seiner zur Schau getragenen;Unparteilichkeit nicht weit her sei. Den Aufsatz zeigte ich vorher \B. U., dem das Ganze nicht mißfiel. Auch ein kleines Briefchen •schrieb ich an den Redakteur, und absichtlich ohne Katzenbuckel ■und Hoffierung. Es wird ihm schon zu viel Weihrauch gestreut, und er betrachtet sich und seine Magdeburger Kahal als den Mittelpunkt des Judentums. Der Jnhalt des Briefchens war folgender: »Geehrter HE. Redakteur! - »Es ist das nicht zu verkennende Verdienst Ihrer vielgelesnen Blätter, »daß Sie.immer mehr und mehr den Nebel der Befangenheit zerstreuen, »von welchem sowohl Juden als Christen, , theils über die Zustände »des Judenthums in der Gegenwart, theils über das, jüdisch-religiöse , »Moment im Allgemeinen, verblendet sind. Unparteilichkeit ist darum t »Ihre Losung, damit jeder, von welcher Farbe auch immer, seine r »Überzeugung den Brüdern zur Prüfung und Berichtigung vorlegen »könne. In dieser Überzeugung sind beigehende Zeilen geschrieben »und bitten, wenn sie Ihrer einsichtsvollen Kritik nicht mißfallen, / »ihnen ein Plätzchen in Ihren Blättern zu gönnen.«