Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Komposition des Talmuds
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 122 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Komposition des Talmuds. Von Dr. Horovitz-Breslau. Wir brauchen nicht erst besonders zu bemerken, daß wir nicht die Absicht haben, das in der Überschrift genannte Thema hier in systematischer und erschöpfender Weise zu behandeln. Der Gegenstand ist viel zu umfangreich, um auch nur annähernd im engen Rahmen eines Aufsatzes erschöpfend behandelt zu werden. Es sind nur vereinzelte, die Redaktion des Talmuds betreffende Bemerkungen, die wir aneinander reihen wollen. I. Daß der Talmud viele spätere Zusätze aufweist, die zum großen Teile von den Saboräern stammen, teilweise sogar bis auf die Geonim-Zeit herabreichen, ist bekannt. Einzelne längere Stücke werden von alten Autoren als saboräisch namhaft gemacht1)״ Während diese Tatsache allgemein zugegeben wird, ist die Frage noch wenig geklärt, inwieweit die Sebara überhaupt ursprünglich in den Talmud auf genommen war. Wenn man auch nicht so weit gehen wird, zu behaupten, daß die Sebara überhaupt erst von den Saboräern hinzugefügt wurde, und manche Sebara schon früher in den Talmud Eingang gefunden haben dürfte, so hat es doch den Anschein, daß sie in derZeit der ersten Amoräer dem Talmud nicht ein verleibt war2). Jedenfalls, wenn auch die Zeit in den einzelnen Fällen fraglich sein mag, ist die Sebara sozusagen nicht, ein integrierender Bestandteil des Talmuds, und es 1) So ist bekanntlich der Anfang von Kidduschin ein Zusatz der Saboräer. Viele Stellen sind Zusätze von R, Jehudai Oaon, vgl. Weiß דור דור ודורשיו in, s. 220 Keren! Chemed vi s. 249. 2) Vgl. Lewy, Jahresbericht des jüdisch-theolog. Seminars 1895,, S. 4, A. 1.