Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Grenzfragen zwischen Philosophie und Geschichte
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 108 (sequence 1)
- Language
- German
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Grenzfragen zwischen Philologie und Geschichte. . Von Treitel-Laupheim. An der Lösung der Probleme, wie sie die Bibelwissenschaft hat, sind hervorragend beteiligt die zwei Faktoren Geschichte und Philologie, (wenn man von letzterer als hebräischer Philologie bei Bibelwissenschaft reden darf) u. zw. vielfach i neinandergreifend, so daß heute von philologisch-historischer Methode wissenschaftlichen Arbeitens ganz allgemein gesprochen wird. Es ist klar, daß es bei diesem Ineinandergreifen schwer wird, die Grenzen beider gegen einander näher zu bestimmen, so sehr solche Scheidung im Interesse der Bibelwissenschaft ist. Beispielsweise interessiert es doch festzustellen bei den Büchern der Genesis, Josua und Richter, daß es Historie ist, die die Frage beschäftigt: Isfs Geschichte? Isfs Sage? Hat sie Lösung dieses Problems gefunden, oder meint sie sie gefunden zu haben, so ist ihr Geschäft getan. Anders die darauf beginnende Arbeit des Philologen als Auslegers dieser Bücher; er bleibt beim Buche selber stehen, er hat dasselbe auf Form und Inhalt, auf inneren Gehalt wie äußere Einkleidung zu prüfen, hat, wenn es sonst ein Buch der heil. Schrift ist, zu untersuchen, was es an Religionswahrheiten und sittlichen Ideen birgt, was es vom Reiche Gottes in Bezug auf Gotteserkenntnis und höhere Gesittung darstellt. Selbst bei jenen, den historischen Büchern der Bibel, interessiert den Philologen nicht so sehr die Frage, ob es Geschichte oder Sage ist, was sie enthalten, als vielmehr der redende und handelnde Mensch in den Heroen der Bibel. Nicht, daß die hebr. Philologie achtlos an der geschichtlichen Seite der