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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. Seite 291

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1918-01-01
Page
Seite 291 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 291 des Kriegsministeriums bestimmte Unterlagen zu erhalten, um Klagen und Beschwerden über Versuche der Juden, sich dem Heeresdienst zu entziehen, nachprüfen und widerlegen zu können. Diese Anordnung hat die Frage nach dem Werte und der Bedeutung des Kreises der Angehörigen der einzelnen Konfessionen für die Vaterlandsverteidigung .aufgerollt. In dem Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Ergänzungsheft XIII, stellt, sich R. E. May die Aufgabe, nicht die jüdische Militärstatistik, sondern die konfessionelle Militärstatistik überhaupt zu bewerten. In seiner ruhigen, wissenschaftlichen Art kommt er zu dem Ergebnis, daß eine konfessionelle Militärstatistik allein niemals Aufschluß darüber geben kann, ob die Angehörigen einer Religionsgemeinschaft in dem Umfange im Heere vertreten sind, wie es ihrer Zahl nach möglich wäre. May zeigt ganz zwingend, daß zwischen dem Prozentsatz einer Religionsgemeinschaft innerhalb der Gesamtbevölkerung und dem ihrer Angehörigen im Heere kein notwendiger Zusammenhang besteht. Hat eine Religionsgemeinschaft eine besonders niedrige Geburtenrate bei gleichzeitig niedriger Sterblichkeitsrate, dann ist ihr Altersaufbau so verschieden von demjenigen einer anderen Religionsgemeinschaft, daß ihr Prozentsatz in der Bevölkerung kein Maßstab mehr ist für den Prozentsatz, den sie im Heere ausmachen kann. Die Folge davon ist, daß die deutschen Juden wegen ihrer niedrigen Geburtenrate, ihrer städtischen Herkunft und wegen ihres fast gänzlichen Fehlens in landwirtschaftlichen Berufen auch nie an-h nähernd so stark im Kriegsheer vertreten sein können, wie in der Bevölkerung. Wenn man den Juden einen Vorwurf machen will aus ihrem niedrigen Anteil am Heere, dann muß man, wie May schlagend beweist, den gleichen Vorwurf der gesamten großstädtischen Bevölkerung und der ganzen wohlhabenden Bevölkerung des Reiches machen. Der deutsche Judeast deutscher Kulturmensch und hat die Kinderzahl, die andere Deutsche seines Bildungsgrades und Einkommens auch haben. Zur Erhärtung der Tatsache, daß die Angehörigen des Judentums nicht immer eine geringere Militärtauglichkeit aufweisen als die übrigen Einwohner des Landes, weist May auf die russische Militärstatistik hin, die auch nach konfessionellen Gesichtspunkten aufgemacht ist. In.Rußland sind dem Gebote der Bibel entsprechend die Familien sehr kinderreich, die Männer nüchtern, und beide Momente tragen dazu bei, daß der Prozentsatz der Juden im russischen Heere größer ist als ihr Anteil in der Bevölkerung! und daß die Militärtauglichkeit 19*

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