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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. Seite 290

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1918-01-01
Page
Seite 290 (sequence 4)
Language
German
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290 Besprechungen. des statistischen und publizistischen Materials und einer wohl tuenden Sachlichkeit. Dieser Teil bietet aber nicht nur den Juden der Bukowina wertvolle Aufschlüsse, sondern auch eine für jeden österreichischen Politiker beachtenswerte Darlegung von Verhältnissen, die die nationale Frage wie das Problem der nationalen Autonomie mit manchem Streiflicht erhellen. Wien B. Münz. May, R. E., Konfessionelle Militärstatistik. Tübingen, Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1917. Was auf organisatorischem Gebiete geleistet werden kann, hat das deutsche Volk in diesem Weltkriege gezeigt und die Bewunderung und Nachahmung selbst bei seinen Feinden hervorgerufen. Möglich war aber die Durchführung der Organisation nur dadurch, daß zahlreiche genaue Erhebungen die Unterlagen schufen, um am richtigen Ort und zur rechten Zeit den Hebel zur Beseitigung von Not- und Mißständen anzusetzen. Aber trotz der Ernährungsschwierigkeiten, trotz Einschränkungen des Verkehrs, trotz des Mangels an Heizmaterial, trotz aller wenig erfreulichen Begleitumstände, die ein so langer Krieg notwendig im Gefolge hat, und die unabwendbar sind und von dem Volke mit großer Geduld ertragen wurden, glaubten wir doch in einer heroischen Zeit zu leben. Deutsches Heldentum von heute hat niemals in der Welt seinesgleichen gehabt. Es wird in Leitartikeln, in Hymnen, in Gedichten und Liedern, in Erzählungen gepriesen. Es wird von bildenden Künstlern mit Meißel und Pinsel verherrlicht. Aber gerade die Partei, die angeblich die völkischste von Deutschland sein will, findet In der Blüte Kelch einen Wurm, und erst in kleinen Konventikeln, dann immer lauter erscholl ihr Ruf, daß die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, daß sie, um es gradeheraus zu sagen, Drückeberger seien, sich reklamieren, lassen und den Krieg von dem »sicheren Hafen der Heimat aus« mitmach en. Während des Krieges sollte nach dem bekannten Worte des Kaisers der Burgfrieden herrschen, aber der Krieg hat ihn überdauert, der Parteihaß züngelte wieder auf, und verdächtigende Vermutungen wurden von den Prätorianern, die sich nicht genug ihrer kaisertreuen Brust rühmen können, ausgestreut und führten schließlich zu der bekannten Verfügung des preußischen Kriegsministermms vom 11. 10. 16, die den sachlichen Zweck verfolgte, sichere, zur eigenen Unterrichtung

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