Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. Seite 281

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
[Nachricht] / Brann, Marcus
Date
1918-01-01
Page
Seite 281 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829887-2829891--43350-2894723
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kurze Mitteilungen. 281 Ist der kühne Entwurf in dieser Erstlingsarbeit, die erst jüngst Jemand »nicht bedeutend« zu nennen.1), den traurigen Mut gehabt hat, nicht ein immerhin gigantischer, wenn auch keineswegs tadelloser Versuch, ein wahrhaftes Chaos in einen Kosmos zu verwandeln? Gleichzeitig mit ihm ging in Berlin sein ehemaliger Seesener Schulkamerad, Isaak Marcus Jost, an das großzügige Unternehmen, eine Geschichte der Juden zu schreiben, und ließ das für jene Zeit vortreffliche Buch von 1820 an in neun stattlichen Bänden, von denen jeder 25 Bogen und darüber stark ist, in neun Jahren erscheinen. Darf man das alles wirklich »Erstlinge einer Entjudung« nennen? Auch sonst hätte Herr Rubaschoff sich gründlicher in der einschlägigen Literatur umsehen können. Jost ist nach Frankfurt erst in seinem 43. Lebensjahre zu dauerndem Aufenthalte gekommen. Nicht dort, sondern in Braunschweig hat er das Gymnasium besucht, [saak Lewin Auerbach hat zwar hin und wieder in Hamburg gepredigt. Sein Wohnort aber war Berlin. Wenn schon die Meinungen der modernen Geschichtsschreiber über den Verein herbeigezogen wurden, so hätten Jost2), Sigismund Stern3) und Martin Philippson4) nicht vergessen werden dürfen. Von »Massentaufen« zu Anfang des 19. Jahrhunderts kann nicht mehr die Rede sein5). Auch hätte es sich wohl gebührt, bei den vielen mehr oder minder hervorragenden Personen, die S. 40 f. n8f., angeführt sind, auf die Bücher hinzu weisen, in denen man sich näher über sie unterrichten kann. Wer einmal in so einem Winkel arbeitet, hat auch die Pflicht, ihn für die geladenen Gäste behaglich und wohnlich einzurichten. Alles das sind Kleinigkeiten. Notwendig aber ist tadellos korrekte Wiedergabe der Texte. Bisher sind nämlich nicht einmal die in den früheren Drucken sorgfältig angemerkten Druckfehler berichtigt. Immerhin gebührt Herrn Rubaschoff der Dank dafür, daß er die selten gewordenen Flugschriften den Gelehrten wieder zugänglich gemacht hat. M. Br. [3] *) Ost und West 1918, S. 327. 2) Neuere Geschichte der Israeliten, III, 32 ff. Geschichte des Judentums und seiner Sekten III, 340 f. 3) Gesch. des Judentums von Mendelssohn bis auf die Gegenwart, S. 216 f. 4) Neueste Geschichte des jüdischen Volkes I, S. 90. 5) Graetz, XI2, S. 580f., vgl. Samter, »Judentaufen im 19. Jahrhundert«, S. 5 ff., 156.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.