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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. 275

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
[Nachricht] / Zoller, Israele
Date
1918-01-01
Page
275 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Kurze Mitteilungen־ Vulgärgriechische, init hebräischen Buchstaben geschriebene Texte, sind uns schon aus dem XIII. Jahrhundert erhalten geblieben. Die Haftarä des Minhägebetes am Versöhnungstage und gewisse liturgische Gedichte werden in alten griechischen Gemeinden heute noch in griechischer Sprache vorgetragen. In Corfü »gibt es einen Cantus für Neumond Adar, und ein MS. in British Museum . . . besingt in zwei Stanzen den Untergang Pharaos im Roten Meer, war also wohl für den siebenten Pesah-Abend bestimmt« (S. Krauß, Stud. z. byz.-jüd. Gesch., S. 122 und Nr. 3—7 das.). Nach einer Mitteilung des Herausgebers dieser MS. findet sich in dem der Breslauer Seminar- Bibliothek gehörigen Machsor nach griechischem Ritus (cod. 70) die Neumonds-Verkündigung in vulgärgriechischer Sprache. Wie die griechischen, so müssen sich auch die italienischen und die in den benachbarten Provinzen gelegenen jüdischen Gemeinden bei bestimmten Gelegenheiten in der Synagoge der Landessprache bedient haben. Heute noch wird bei den dem spanischen Ritus folgenden Juden in Triest am Abend des 9. Ab »das Jahr nach der Zerstörung Jerusalems« auch in der Landessprache, ungefähr nach der von D.V. Tedescoin seinem סדר חמש תעניות כמנהג ק״ק טפרדים (Livorno, Paiagie Beiforte, 1845) S. 156 gegebenen Übersetzung, verkündet. Der Gebrauch der italienischen Sprache in den italienischen Synagogen scheint indessen, nicht jüngeren Ursprunges zu sein, als der der vulgärgriechischen in den griechischen Gemeinden. Das im handschriftlichen Machsor der jüdischen Gemeinde in Ferrara enthaltene, in hebräischen Buchstaben abgefaßte Gedicht, welches Dr. Artom unter dem Titel »Un* antica poesia italiana di autore ebreo«. Firenze, 1915, 10 S., 8. (S. A aus der Rivista Israelitica X) zum Abdruck bringt, gehört eben den älteren vulgärgriechischen Texten gleich dem Ausgange des XIII. oder dem Anfänge des XIV. Jahrhunderts an. Es ist dies eine Kinah für den 9. Ab., eine poetische Bearbeitung der Erzählung von dem zu Sklaven verkauften Geschwisterpaare (b. Gittin 58 a). Daß das Gedicht in der Synagoge gesungen und nicht recitativ vorgetragen wurde, ist 18*

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