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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. Seite 251

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
Date
1918-01-01
Page
Seite 251 (sequence 21)
Language
German
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Ans H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. 251 d. h. am Sonntag, dem ersten Neumondstage im Ijar, d. i. am 17. April 1836 (S. 94 f.) Eine Stunde vor Abend machte er sich auf den Weg, zunächst nach Osten, um die Eltern aufzusuchen. Sein einziger Freund begleitete ihn, zu Fuß natürlich, bis nach Rackwitz und am nächsten Tage noch eine Stunde bis nach Wielichowo, »wo wir Fraternität tranken und unsere Freundschaft uns zum ersten Mal mitteilten«. Von da ging er über Sehrimm und Kosten nach Xions, wo er auf das dringende Bitten seiner Verwandten den Sabbat verlebte. Am Sonntag fuhr er dann mit diesen zu den Eltern nach Zerkow, »die sich meine Ankunft garnicht träumen ließen. »Ich brachte meinen Plan vor, und zwar auf eine solche Weise, daß er ihnen gefallen mußte« (S. 26). Selbst einige Geldmittel konnten sie ihm geben1), und so setzte er seine Reise »nach dem fremden Lande ohne erhebliche Empfehlungsschreiben [und], dessen Sitten ich nur vom Hörensagen kannte, fort. [Unterwegs] bereute ich bald, gar abgereist zu sein, bald kam mir die Unvermeid!ichkeit, und daß ich trotz der vorgestellten Schwierigkeit dennoch soweit gekommen bin, als eine Fügung Gottes, dem ich mich nun ganz an vertraute, vor«. »Es ging also alles ohne Abendtheure, die ich nicht ungern gesehen hätte, den gleichen Gang fort, und wir kamen vendredi [29. April] früh nach Breslau an. Der Anblick einer großen Stadt und des ordnungslosen Tumultes war hinreichend, mich niederzuschlagen, weil ich mich nun Im Vergleich mit diesen geschäftigen [Treiben] als ein unbedeutendes Subjekt betrachtete. Dazu kam noch daß, was mich gewöhnlich beunruhigt, wenn ich unter unbekannte, nie gesehene Menschen geriet, die große Meinung von [mir] bedeutend abnahm, indem so viele Wesen leben, welche mein Daseyn nicht einmal ahnen« (S. 99). Es kam hinzu, daß, als er zufällig an den Dr. G-g2), au den er empfohlen war, x) Das ergibt der spätere Zusammenhang. In der Urschrift fehlen hier S. 97 und 98. 2) Gemeint ist offenbar der Dr. Samuel Simon Guttentag (geh. 1786 in Breslau, st. das. 1850), der seit 1815 Privatdozent an der

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