Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die ersten an der Wiener medizinischen Fakultät promovierten Ärzte jüdischen Stammes
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 219 (sequence 1)
- Language
- German
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Die ersten an der Wiener medizinischen Fakultät promovierten Arzte jüdischen Stammes. Von Max Neuburger. Jüdische Ärzte sind in Wien seit dem Mittelalter quellenmäßig nachweisbar und die Akten der medizinischen Fakultät bringen oftmals Kunde von den scharfen, nicht immer erfolgreichen Kämpfen, welche diese Korporation gegen jüdische Praktiker zu führen hatte. Der Rechtsstandpunkt war, soweit die Behandlung christlicher Patienten in Betracht kam, nicht nur durch die bekannten, aber immer wieder übertretenen kirchlichen Verbote gegeben, sondern auch durch die speziellen Privilegien, wonach nur die an der heimischen Hochschule promovierten oder durch den sogenannten Repetitionsakt in den Schoß der Fakultät aufgenommenen fremden Doktoren in Wien die Praxis ausüben sollten. Diese Wege zur legitimen Praxis waren den Juden verschlossen. Bildete doch das katholische Glaubensbekenntnis die unumgängliche Voraussetzung der Zulassung zum Studium, bildete doch der Eid de tuenda immaculata Conceptione B. M. V. eine der vorgeschriebenen Bedingungen zur Aufnahme in die ärztliche Korporation. Nach 1749 heißt es in dem von der Kaiserin Maria Theresia an die n. österr. Regierung erlassenen Dekret hinsichtlich der medizinischen Prüfungs- und Promotionsordnung: »Nur allein wollen Ihre k. k. Majestät nach dem Beispiele Dero glorwürdigsten Vorfahren die Acatholicos von dem Gradu ausgeschlossen haben, als welche nach der alten hergebrachten Verfassung keine Membra Universitatis sein können, noch auch sonst allhier practiciren dürfen, wenn sie nicht mit einem besonderen landesfürstlichen Protectionali, welches