Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 2)
- Language
- German
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200 Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas. auch nach dem Tode ihrer ersten Träger in den späteren Generationen häufig wieder. Aber weder Aaron noch Mordechai haben jemals eine ehrenamtliche Stellung in der Gemeinde eingenommen, und diese beiden Namen kommen auch unter den zahlreichen da Costas meines Wissens weiter nicht vor. Die älteste Totenliste der Amsterdamer Gemeinde (1616—30)ג) führt 4 Kinder von Mordechay da Costa an, die zwischen 1617 und 1624 kurz nach der Geburt verstorben sind. Den Namen Aaron da Costa habe ich weiter nicht gefunden. Um das völlige Verschwinden der beiden Namen Aaron und Mordechay da Costa zu erklären, könnte man annehmen, daß die ersten, die so geheißen haben, kinderlos verstorben sind. Aber dann wären doch wohl in der weitverzweigten Familie da Costa andere nach ihnen genannt worden, wenn ihrem Andenken die Pietät der Frommen gebührt hätte. Joseph da Costa war i. J. 5399 einer der Parnass!m des neugegründeten Lehrhauses Hes Haim (עץ חיים), Abraham da Costa zu gleicher Zeit Vorsteher der Hebra Bicur Holim. Ein halbes Jahr erst war nach dem Ablauf ihrer Amtszeit verstrichen, als ihr Bruder Uriel in der neuen, kurz vorher am Neujahrsfeste eröffneten, damals einzigen, von Männern und Frauen vollbesetzten2) Synagoge — sie wurde erst von 1685 ab a Esnoga velha (die alte Synagoge) genannt — der demütigenden Buße in schwerster Form sich unterwarf. Da sein Selbstmord bald nachher im April 1640 stattgefunden hat, fiel seine öffentliche Buße wohl in Büchlein Esperanga de Israel von Menasseh Ben Israel ist den Depuados und Parnassim deste K. K. de T. T. gewidmet, die mit Namen aufgezählt werden, unter denen sich auch Joseph da Costa befindet. Die Abkürzung K K ist nicht, wie Freudenthal, Lebensgesch. Spinozas S. 115 es tut, K[ehila] Kfedoscha] zu lesen, sondern Kfaal] K[ados]. Darauf weist auch die dazugehörige Masculin-Form todo este K K hin. Auch Menasseh Ben Israel widmet 1645 sein Buch Thesouro dos Dinim den Parnassim deste Kaal Kados. ג) Siehe Henriques de Castro, Keur van Grafsteenen, Leiden 1883, S. 20 ff. 2) Siehe Ex. 81: Intravi Synagogam, quae hominibus et mulieribus plena erat.