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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 4 · p. Seite 409

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 4
Article
Die Konsekrierung der dritten Stadtmauer Jerusalems
Date
1917-01-01
Page
Seite 409 (sequence 18)
Language
German
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Die Konsekrierung der dritten Stadtmauer Jerusalems. 409 Jerusalems noch immer darniederliegen, hätte doch Nehemiah unmöglich derart erschüttern können, daß er außer Fassung geriet. Nein, er ist über die Meldung nur deshalb so entsetzt, weil die Mauern, welche mit dem nach einer längeren Unterbrechung endlich vollendeten Tempel zugleich1) aufgebaut wurden, von neuem Breschen erhalten haben. Das muß man sich zum Bewußtsein bringen, um einerseits die mit einer großen Prozession vorgenommene Einweihung der Mauern als Demonstration gegen die Samaritaner zu begreifen, und andererseits sich einzugestehen, daß durchaus kein Grund vorlag, den Tag der Einweihung des Tempels weniger als den der Einweihung der Mauern dem Gedächtnis der Nachwelt einzuprägen2). Warum hätte man also für die Einweihung dieser und nicht auch für die Einweihung jener einen Gedenktag einführen sollen? So fragmentarisch3) auch die Bücher Esra und Nehemiah sind, erscheint es doch als völlig ausgeschlossen, daß Nehemiah der Einsetzung eines Gedenktages für die Einweihung der Mauer nur deshalb nicht Erwähnung getan, weil zu seiner Zeit die Fasten rolle angelegt wurde, in welche der zweite Eintrag erst nach etwa 300 Jahren erfolgte. Und daran, daß eine spätere Zeit den Gedenktag eingeführt haben soll, ist um so weniger zu denken, als ja den Nach geborenen das Verständnis für die pompöse Einweihung der Mauer Nehemiahs gänzlich fehlte. Man sieht also, daß die Annahme eines vormakkabäischen Gedenktages jeder testen Grund- und Unterlage ermangelt. Die von Nehemiah erbaute Mauer wurde von Ptolemäus Soter, nach den Einen 320 v., nach den Anderen 312 v. zerstört 1J Bei der Rückkehr aus dem Exil hat die Absicht bestanden, Jerusalem nicht mehr zu befestigen. Das sagt uns nicht bloß Zach. 2,8, sondern auch Ps. 125, 1.2. 2) Es ist doch charakteristisch, daß nach Esra 6,15 der Tempel am 3. Adar, nach Esra Apok. am 23. Adar vollendet wurde. 3) Auch dem Josephus haben noch andere Quellen Vorgelegen. Während nach Neh. 6, 15 die Mauer in 52 Tagen erbaut wurde, dauerte nach Antiqu. XI, 5, 8 der Bau 28 Monate. Kal zavvqv i)7rs/uelve trjv raÄauvcoQlav £7ךז ärr! Övo uai fiffrag reööaQag u. r. X.

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