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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 4 · p. Seite 333

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 4
Article
Heinrich Graetz
Date
1917-01-01
Page
Seite 333 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Heinrich Gr-aetz. 33a lieh der eines Rabbiners und Predigers. Allein ein Predigtversuch in Gleiwitz, damals der zweiten und wohlhabendsten Gemeinde Schlesiens, wo ihn! alle Wege auf das glücklichste geebnet waren, mißglückte vollständig und belehrte ihn endgültig, daß er für die Kahzelberedsamkeit keinerlei Eignung besitze1). Auch die folgenden Jahre brachten noch manche Enttäuschung. Eine Religionsschule in der »altgläubigen Gemeinde« hier in Breslau, deren Direktorat ihm übertragen war, löste schon nach einem Jahre sich auf. Die Ereignisse des Sturmjahres 1848, das den Fortbestand der Gesamtgemeinde in ihren Grundfesten erschütterte, wehte das neue Unternehmen hinweg, noch bevor es Wurzeln schlagen konnte2). Die Landes-Rabbinerschule, die unter der Leitung Samson Raphael Hirschs, des damaligen mährischen Landes- Rabbiners, in Nikolsburg geplant war, und für die er als Lehrer in Aussicht genommen war, kam überhaupt nicht zu stände3). Endlieh fand er in dem mährischen Landstädtchen Lundenburg im Jahre 1850 alsLeiter derGenieindeschule ein sehr bescheidenes Amt4). Junges Eheglück verschönte ihm den Aufenthalt. Im Oktober 1850 führte er Marie Monasch als Gattin heim. Sie war die Tochter des Begründers der hebräischen Buchdruckerei in Krotoschin, deren wohlausgestattete Erzeugnisse sich Jahrzehnte lang besonders hier im Osten des allerbesten Rufes erfreuten5). Mit ihrer Anmut und ihrem Edelsinn, mit ihrer Verstandesklarheit und ihrem harmonisch ausgeglichenen liebreichen Wesen ist sie der Sonnenschein seines Lebens gewesen. An ihrer Seite und im Kreiseseiner Kinder, diemit Zärtlichkeit und unbegrenzter Verehrung an ihm hingen, hat er ein ungetrübtes Familienglück genossen6). Über die Enge seiner amtlichen Wirksamkeit hob ihn die fleißige ג) a. a. O. 10. 20—24. 30—47. 49, vgl. Bloch, a. a. O. S-43-ff. 2) Tagebuch V, 61 fi. 65. 68. 71. 78 ff. 86 f. 3) a. a. O. 130. 140 ff. 4) a. a. O. 144 ff. 5) S. oben S. 327, Anm. 1. Die Buchdruckerei begann ihre Tätigkeit im Jahre 1833. Das erste Buch, das die Presse verließ, war בית מנחם von Mordechai Michael Jaffe, damals R. in Zduny, s. Zedner S. 313, ־*) Tagebuch V, 22.: VI, 1—16. S. Bloch, a. a. O. S. 61 f.

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