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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 4 · p. 321

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 4
Article
Heinrich Graetz
Date
1917-01-01
Page
321 (sequence 1)
Language
German
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Heinrich Graetz. Von M. Br»rm. Am 31. Oktober 1817 ist uns Heinrich Graetz geboren worden1). An seinem ersten Lebenstage feierte das protestantische Deutschland den dreihundertsten Gedenktag von Luthers Reformation, die weit über die religiösen Anschauungen hinaus das gesamte Leben der abendländischen Völker beeinflußt hat. Auch für uns deutsche Juden hat Martin Luther seine Bedeutung. Denn er hat durch seine klassische Verdolmetschung der heiligen Schrift das Gottesbuch zum Gemeingut des deutschen Volkes gemacht. Er hat dem Unterricht in der Ursprache der Bibel seine gleichberechtigte Stellung an den deutschen Hochschulen verschafft. Er hat mit seinen Freunden, den Vorkämpfern und Vertretern der Altertumswissenschaft, die Teilnahme für alles, was in der heiligen Schrift geschrieben ist, erweckt und die hebräische Literatur zu einem ebenbürtigen Glied in der Reihe der Wissenschaften erhoben2). Der Thesenanschlag an der Schloßkirche zu Wittenberg war an sich ein unbedeutender Vorgang, dessen Tragweite damals niemand ahnen konnte. Der Augustinermönch von Wittenberg ahnte damals selbst nicht, daß er, um mit Döllinger zu reden, einst »der gewaltigste Volksmann, der populärste Charakter, den Deutschland je besessen«, werden würde. Ein wahrhafter Volksmann sollte unserer eigenen Glaubensgemeinschaft am dreihundertsten Geburtstage der Reformation in Heinrich Graetz geschenkt werden. Er hat in der Tat durch sein Lebenswerk die 1) ln seinem Tagebuch II, 117, vgl. S. 326, Anm. 1, berichtet er gelegentlich, daß der 21. Marcheschwan 5578, d. i. der 31. Oktober 1817, sein Geburtstag sei. 2) Vgl. Bauch, die Einführung des Hebräischen in Wittenberg in der MS. XLVIH (1904) S. 22 ff., 77 ff., 145 ff., 214 ff., 283 ff., 328 ff., 461 ff. Monatsschrift, 61. Jahrgang

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