Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 3 · p. Seite 320

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1917-01-01
Page
Seite 320 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829881-2829885-2894167--42842-2894258
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

320 Besprechung. Hunderts in der Stadt finden, ja daß sogar Juden dort verkehrten und. wohnten. Im dritten Hauptabschnit werden darauf die Ereignisse in dem Leben der Juden in Mülhausen während der Revolution und des Kaiserreichs dargestellt, und zwar zunächst vom Ausbruch der Revolution bis zum Reunionstraktat. Adler sagt hier: »Von nun an ist die Geschichte der Mülhausener Juden nur noch ein Teil der Geschichte der französischen Juden. Die Ideen der Revolution hatten übrigens die Mülhausener und die daselbst verkehrenden Juden vor der Vereinigung mit Frankreich stark beeinflußt«. Das Schlußkapitel ist der Zeit Napoleons I gewidmet. Damit bricht das Buch ab und bringt noch eine Reihe von Anhängen urkundlicher Art. Es ist zu bedauern, daß die Geschichte der Juden in Mülhausen nicht für das 19. Jahrhundert weitergeführt, daß auf die Probleme, die sich mit der Wiedervereinigung des Elsasses mit Deutschland boten, nicht eingegangen wird. Es ist nicht recht einzusehen, warum das unterblieben ist! — Ob sich nicht auch für die Zeit des Übergangs von deutscher zu französischer Herrschaft bei dem Raub des Elsasses durch Frankreich etwas hätte ermitteln lassen, nach welcher Seite die Stimmung der Juden ging? ־— Mir wollen, diese Fragen bei einer jüdischen Gemeinde des Grenzgebietes als die wichtigsten erscheinen. Wie hat sich die jüdische Gemeinde nach 1870 entwickelt, wie wird die Haltung der Juden in nationalen Fragen, wie ihre Sprache und ihre Sitten sein? Vielleicht beschert uns der Verfasser eine. Fortsetzung, in welcher die Verbindung, in der die Gemeinde zur Stadt stand, stärker betont wird. Denn gerade die Aufdeckung dieser Wechselbeziehungen ist für die jüdische Geschichte besonders lehrrreich. Im übrigen aber ist die Arbeit fleißig gearbeitet, wenn sie auch etwas gar zu sehr am Material haften bleibt. Willy Cohn (z. Zt. im Felde). Berichtigung. S 150 ist durch ein Versehen die *weite Zeile von oben: »Von N. Porgts« ausgefallen. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. Für die Redaktion verantwortlich: Prof. JDr. M. BRANN in Breslau. Druck von A. Favob־ke, Breslau II.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.