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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 3 · p. Seite 289

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 3
Article
R. Jehuda Mehler II.
Date
1917-01-01
Page
Seite 289 (sequence 5)
Language
German
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R. Juda Mehler II. 289: Approbationen von ihm finden sich u. A. zu פניך שלמה: (!706), חורת יוסף ,(1711) סליחות עם פי׳ מסביר ,(1711) זה ינחמנו; (!722), 1730) יסוד הניקוד ,(1725) שו״ת השיב ר׳ אליעזר). Besonders merkwürdig war die asketische Lebensweise, die Juda Mehler führte. Von seinem 50. Lebensjahre an fastete er von einem Sabbat bis zum andern. Sobald er die dritte MahL zeit am Sabbatabend verzehrt hatte, nahm er häufig bis zum nächsten Freitagabend nichts mehr zu sich, weder Speise noch Trank. Den Habdalah-Wein am Sabbatausgang ließ er von Andern trinken; der Kiddusch-Wein am nächsten Freitagabend war wieder sein erstes Getränk. Jeden Morgen, bevor er in die Synagoge ging, nahm er im Sommer und Winter ein Tauchbad. * Trotz dieser ungewöhnlichen Lebensführung und trotz aufreibender Tätigkeit, die sein ausgedehntes Rabbinat und seine große Talmud־־ schule mit zahlreichen Jüngern beanspruchte, erreichte er das: hohe Alter von 90 Jahren, ohne daß er in einem Zeiträume von: 40 Jahren das tägliche Fasten auch nur einmal, mit Ausnahme der Feiertage und Halbfeiertage, unterbrochen hätte1). In seinen letzten Lebensjahren war er des Augenlichts beraubt Am Mittwoch,; (12. Nissan 511 —) 7. April 1751 starb er in Bonn und wurde in dem nahe gelegenen Rheindorf zu Grabe gebracht R. Jonatan Eibeschütz hielt ihm in Altona eine Trauerrede (קשת יהונתן, ed. Warschau, S. 17). Seine Frau Fromet war ihm bereits 14 Jahre: früher im Tode vorangegangen; sie starb Mittwoch, (!. Kislew 496—) 16. November 1735 und wurde gleichfalls in Rheindorf ■ beerdigt3). Von den Kindern sind ein Sohn und zwei Töchter bekannt; Der Sohn Jakob lebte in Bonn und war der Vater des Gomprich Mehler, der 15 Jahre lang als Rabbiner in Bingen wirkte und ב) Vgl. Deutzer Memorbuch S. 47. Der dort verzeichnete Nach-“ ruf wurde von seinem Schwiegersohn Josef Essen verfaßt; vgl, Allg. Zeitung des Judenthums 1884, 8. 54, wo Kayserling das Leben Mehlers— in einer kurzen Skizze beschreibt.?) Vgl. den Nachruf das. S. 38, wo ihre fromme und mengchen- :> freundliche Lebensweise hervorgehoben wird. Monalsschrift, Jahrgang. 61. 20

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