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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 3 · p. Seite 246

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 3
Article
Die Fluchpslamen im Urteile Luthers und Franz Delitzschs
Date
1917-01-01
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 Die Fluchpsalmen im Urteile Luthers und Franz Delitzsch. Wir könnten noch lange fortfahren; es mag genug sein. Aber wir fragen: Welche Stellen hat D. Kittel im Auge gehabt, als er sein Obergutachten abgab? Weder bei Delitzsch, noch bei Luther finden wir, was er behauptet. Es ist ausgeschlossen, daß er leichtfertig vorgegangen sei oder gar mit Wissen die Genannten als falsche Zeugen zitiert habe, um die eigene Meinung zu stützen. Das tut ein Mann wie D. Kittel nicht. Aber wie kommt ein Gelehrter von seinem Wissen zu solchen unbegreiflichen Behauptungen? Wir finden keine Antwort, dürfen aber annehmen, daß er den Aufschluß der Öffentlichkeit nicht voienthält. Denn so, wie er votiert, ist er nicht nur zwei frommen Männern zu nahe getreten, sondern dem heiligen Gottesbuch der Psalmen selbst. Und das ist es, was uns die Feder in die Hand drückte. Denn was ist schließlich Luther und was ist Franz Delitzsch? Aber die Psalmen gehören zu den heiligen Schriften, die von Gott eingegeben sind, heilig den Juden wie den Christen. Ihre Ehre aber hat jener Antisemit anzutasten gewagt und das theologische Obergutachten D. Kittels hat ihn zu unserem Schmerz nicht in die Schranken gewiesen, sondern ihm Beistand geleistet.

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